Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
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Projekt bwNet2020+ Imagebild

Betreute Breakout Rooms für Live-Gruppenarbeit nutzen

Ziel

Auch in einem Online-Setting sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Studierenden das aktive Auseinandersetzen mit dem Lerngegenstand in Kleingruppen ermöglichen.
  • Praxisorientierte Kompetenzentwicklung.
  • Akives und selbstbestimmtes Lernen der Teilnehmenden, lediglich begleitet durch die Lehrperson.
  • Ausbildung von Teamfähigkeit als Soft Skill.

 

Umsetzung

Um dies umzusetzen, wurden Breakout Rooms im Konferenztool genutzt. Die Live-Gruppenarbeit fand ab der zweiten Sitzung wöchentlich über das gesamte Semester nach einem gemeinsamen synchronen Veranstaltungsteil im Plenum in der zweiten Hälfte der Unterrichtszeit statt. Die Studierenden wurden von der Lehrperson in Kleingruppen zu je drei Personen eingeteilt, wobei auf eine Durchmischung von Geschlechtern und Studiengängen geachtet wurde. Die Gruppen nutzten schriftliche Arbeitsanweisungen (Simulation Sheets), die schon im Skript verankert sind und die durch die gesamte Projektarbeit führten. Die Studierenden wurden von der Lehrenden in ihren Gruppen in Breakout Rooms geschickt, die von ihr als Coach abwechselnd oder auf Zuruf beratend besucht wurden. Am Ende der Sitzung kamen alle erneut im Plenum zusammen und berichteten über ihren Fortschritt. Aus der Erfahrung, dass sich die Konzentrationsfähigkeit beim digitalen Lernen schneller erschöpft, wurde bewusst auf einen sinnvollen Wechsel von Interaktionsmöglichkeiten (Plenum – Kleingruppen – Plenum) gesetzt, um die Teilnehmenden zum Dranbleiben und zur aktiven Mitarbeit zu motivieren.

Erfahrungen

Die direkten Rückmeldungen der Studierenden an die Lehrende waren sehr positiv, folgende Punkte lassen sich festhalten:
pos.: Selbstgesteuerter, reger Austausch der Lernenden in den Kleingruppen
pos.: Die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme wurde sehr von den Lernenden geschätzt
pos.: Durch die geschützten Onlineräume für die Kleingruppen wurde auch die aktive Beteiligung von stilleren Personen gefördert
pos.: Die Studierenden haben ihre digitalen Kompetenzen genutzt, um pragmatisch Inhalte über weitere digitale Kanäle zu teilen und sich zu verständigen
pos.: Alle Studierenden sind dabeigeblieben, es gab keinen Schwund und die Lernziele wurden erreicht
neg.: Selbstmanagement und gesteigerte Flexibilität in Online-Setting wurde teilweise als belastend und nachteilig empfunden

Beim nächsten Mal möchte die Lehrende den Studierenden mehr Freiraum bei der selbstständigen Aufgabenbearbeitung zwischen den Sitzungen einräumen und es soll versucht werden, einen Rahmen für eigenverantwortliches Arbeiten zu schaffen und weniger zu kontrollieren

Veranstaltung

Stefanie Obergfell
Sommersemester 2020 
FSEC1B Business English
Fakultät IFS
20 Teilnehmende

Impulsvideos in Zusammenspiel mit synchronen Anteilen gezielt einsetzen

Ziel

  • Anpassung der Lehrinhalte an ein neues, digitales Setting.
  • Entwerfen eines didaktischen Senarios, welches das Erreichen der Lernziele in den Fokus stellt.
  • Verbindung von Lehrinhalten und dem Erreichen von Lernzielen im digitalen Setting.

 

Umsetzung

Die Lehrende entschied sich dazu, die Fülle der Informationen, die in der Präsenz-Vorlesung normalerweise durch sie im Vortrag vermittelt werden, zu reduzieren und stattdessen kurze Lehrvideos als Impulse einzusetzen. Es wurden 15 - 25 Min. kurze Lehrvideos (asynchron) als Impulse gesetzt und durch ein wöchentlich stattfindendes Live-Treffen (synchron) ergänzt. In den Impulsvideos wurden Inhalte so komprimiert, dass ein einzelner Aspekt dargestellt und durch das Vorrechnen einer Übungsaufgabe komplimentiert werden konnte. Falls für den Lernfortschritt nötig, passierte dies ggf. in mehreren Videos pro Woche. In den Live-Treffen wurden organisatorische und fachliche Fragen geklärt und eine Praxisaufgabe inklusive Ergebnissicherung auf einem Tablet handschriftlich behandelt. Die Lösung der Aufgabe wurde gemeinsam entwickelt und der Mitschrieb im Anschluss hochgeladen.

Erfahrungen

Die direkten Rückmeldungen der Studierenden an die Lehrende waren sehr positiv, folgende Punkte lassen sich festhalten:
pos.: Die Videos können jederzeit erneut angesehen werden
pos.: Die Herleitung und Rechenwege der Aufgaben konnten jederzeit erneut betrachtet werden
pos.: Geringerer Teilnehmerschwund als in der Präsenzvorlesung
pos.: Gutes Gemeinschaftsgefühl in Live-Treffen trotz physischer Distanz
neg.: Selbstmanagement und gesteigerte Flexibilität in Online-Setting wurde teilweise als belastend und nachteilig empfunden

Bedenken in einer solchen Online-Lehrveranstaltung gelten vor allem der physischen Distanz zu den Studierenden, daher ist es besonders wichtig, auch online Präsenz zu zeigen und nicht unsichtbar für die Studierenden und ihre Anliegen zu sein. Neben den technischen Fertigkeiten bedurfte es einer gewissen Übung, für die Kamera in einen leeren Raum zu sprechen. Auch eine gute Planung ist für jedes Video erforderlich, um Inhalte, aber auch die gesprochene Sprache vorab festzulegen.

Veranstaltung

Prof. Dr. Stefanie Regier
Sommersemester 2020 
Finanzwirtschhaft (2 SWS)
Fakultät IWI
zw. 60 - 100 Teilnehmende

Mit Online-Whiteboard anonymes Feedback kollaborativ einholen

Ziel

  • Ingangsetzen eines Verständnigungsprozesses zwischen Studierenden und Lehrperson.
  • Studierenden auch im Online-Setting ermöglichen, aktiven Einfluss auf das Geschehen nehmen zu können.
  • Aufbauen einer Lerngemeinschaft sowe ein vertrauensvolles Verhältnis und eine persönliche Bindung zur Lehrperson im Online-Setting.
  • Etablieren einer online Feedbackkultur, in der Rückmeldungen regelmäßig, strategisch geplant sowie mit passenden Feedbackinstrumenten abgefragt werden.

 

Umsetzung

Mithilfe des Online-Whiteboards Miro ließ sich anonymes Feedback zu einer vorgegebenen Fragestellung kollaborativ und unkompliziert auf einer endlosen Leinwand in Echtzeit einholen. Das browserbasierte Tool ermöglichte visuelle Zusammenarbeit, ließ sich intuitiv bedienen und mit eingeschränkten Funktionen kostenfrei verwenden. Die Arbeit damit gestaltete sich ähnlich der mit einem physischen Whiteboard oder einer Pinnwand. Um es effizient zu nutzen, musste im Vorfeld eine Fragestellung für die Zusammenarbeit und eine passende Struktur für die Rückmeldungen konzipiert werden. Die dafür vorgegebenen Felder („Finde ich gut“, „Ich habe Bedenken“, „Ideen/Vorschläge“) wurden gesperrt, damit sie von den Teilnehmenden nicht verschoben oder verändert werden konnten. Daraufhin wurden die Teilnehmenden mit Link eingeladen und ihnen alle Rechte zum Lesen und Bearbeiten erteilt. Anschließend wurde ihnen Bearbeitungszeit eingeräumt, um sich selbstständig, ohne Moderation durch den Lehrenden, mit der Fragestellung auseinanderzusetzen.

Erfahrungen

pos.: Der Einsatz des Shared Online-Whiteboards funktionierte gut. Dies zeigte die hohe Zahl an Rückmeldungen sowie die Qualität der angemerkten Punkte, da darunter durchaus kritische Themen, wie etwa Ängste der Studierenden, zu finden waren.
pos.: Das Shared Online-Whiteboard konnte eine Pinnwandmoderation o.ä. im Raum adäquat ersetzen bzw. stellte sogar eine Verbesserung dar, da in der großen Gruppe alle parallel ihre Anmerkungen notieren konnten, sodass die Interaktionsdichte sehr hoch war.
pos.: Studierende agieren unbefangen, was vor allem für stillere oder zurückhaltende Teilnehmende ein Vorteil war.
neg.: Die Lerhperson sieht nicht, wie viele Personen sich beteiligten, zudem könnte leicht Unruhe in der Gruppe entstehen. Es ist daher unbedingt nötig, einen Rahmen für das Tool zu schaffen und auch die Nutzung des Tools durch die Teilnehmenden anzumoderieren.

Insgesamt ist es dem Lehrenden wichtig, über agiles Arbeiten nicht nur als Teilinhalt der Lehrveranstaltung zu sprechen, sondern den Studierenden auch eine gewisse Agilität zu signalisieren und ein Mitgestalten aus der Gruppe zuzulassen – zum einen inhaltlich, zum anderen aber auch in den Rahmenbedingungen der Lehrveranstaltungen. Dazu ist es wesentlich, Veränderungen nicht mit Argwohn zu betrachten, sondern flexibel und adaptiv auf sie zu reagieren.

Veranstaltung

Prof. Dr.-Ing. Andreas Peter Schmidt
Sommersemester 2020 
Social Collaboration & Knowledge Management
Fakultät IWI
40-50 Teilnehmende