
Service-Learning
Camp der 1000 Möglichkeiten: Technik, Nachhaltigkeit und jede Menge Begeisterung
Ferienprogramm führt Kinder spielerisch auch an technische Themen heran
26. August 2025
Zwei Wochen lang verwandelte sich der Otto-Dullenkopf-Park in Karlsruhe in ein Paradies für junge Tüftlerinnen und Tüftler: Beim „Camp der 1000 Möglichkeiten“ der großen Ferienaktion des Jugendfreizeit- und Bildungswerks (JFBW) des Stadtjugendausschusses (stja), konnten Kinder vom 11. bis 15. August und vom 18. bis 22. August ihre Kreativität ausleben und in unterschiedlichste Angebote „eintauchen“.
Ein Publikumsmagnet war dabei wieder das Programm der Hochschule Karlsruhe (HKA), das Studierende unter der Leitung von Dr. Cosima Klischat aus der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik und Leiterin des Service Learning und der Zukunftsagentur Nachhaltigkeit an der HKA anbot.
Wie immer ein Highlight war der HKA-Solartruck: Er ermöglicht eine vollständig autarke Energieversorgung. Die Photovoltaikanlage des Solartrucks und die „Energiefahrräder“ sorgten für Strom und wer in die Pedale trat, durfte sich hinterher über frisch zubereitetes Popcorn freuen, das von den „Teamern“ Maxi und Alisee zubereitet wurde. Teamer sind Jugendliche, die meist selbst einmal Campteilnehmende waren und bspw. ihr Freiwilliges Soziales Jahr beim stja absolvieren.
Für die Kinder bot sich auch Gelegenheit, Elektrotechnik hautnah kennenzulernen. Das war nicht nur eine wertvolle Erfahrung für die „kleinen Entdecker“, sondern auch für die Studierenden der HKA. In der ersten Woche begleiteten Jonas, Marco und Jolee aus dem sechsten Semester das Angebot, in der zweiten Woche übernahmen die „Erstis“ Maja und Falk. Beide hatten bereits eine Ausbildung bei Bosch absolviert – ein klarer Vorteil, wie sich zeigte. „Man merkt sofort, dass den Erstsemestern die praktische Ausbildung im Umgang mit Schaltungen und Sicherheitsaspekten enorm hilft“, so Dr. Klischat. Maja war besonders begeistert, wie frei die Kinder experimentierten: „Selbst wenn mal etwas kaputt geht – die Ideen der Kinder, wie sich das Problem lösen lässt, sind dann oft erstaunlich gut!“
Auch spannende Kooperationen bereicherten das Camp: Siemens unterstützte mit einem 3D-Drucker und fertigte Propeller, Glow e. V. brachte Nachhaltigkeitsthemen ein und stellte Elektroschrott zur Verfügung, aus dem Kinder Bauteile weiterverwenden konnten. Das technika-Lab beteiligte sich wie im letzten Jahr mit mechanischen Kleinteilen.
Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit achtete die Projektleitung darauf, weiteren Elektroschrott zu vermeiden. Viele Kinder zeigten Verständnis – und so konnten Projekte wie ein solarbetriebenes LED-Haus sogar den Eltern vorgeführt werden, bevor sie wieder ins Camp zurückkehrten. Auch am „Baum der Demokratie“ wurde in diesem Jahr von den Kindern wieder gelötet und die Verdrahtung erweitert. Er wuchs damit weiter und erhielt sogar neue Funktionen.
„Besonders eindrucksvoll war die Begeisterung einiger Kinder, die in ihrer Teilnahmewoche jeden Tag kamen und sich vom Tüfteln kaum losreißen konnten“, so Dr. Cosima Klischat. „Doch nicht nur die Kinder profitierten: Auch für das gesamte Team waren die gemeinsamen Erfahrungen – ob beim Basteln oder beim Mittagessen – sehr bereichernd. Das Camp bietet eine wunderbare Gelegenheit, technische Bildung mit Nachhaltigkeit zu verbinden – und Kindern zu zeigen, wie spannend Elektrotechnik sein kann. Wir sind daher sehr dankbar, Teil dieser besonderen Aktion zu sein.“ „Viele der Camp-Angebote werden einmalig angeboten, sind also nur temporär,“ betonte der neue Camp-Leiter Johannes Dümler, „daher ist die HKA für uns wie ein Fels in der Brandung, die sich bereits seit neun Jahren an dem Ferienprogramm für Kinder beteiligt.“
Über Service-Learning an der HKA
Bei Service-Learning handelt es sich um ein didaktisches Konzept, das darauf abzielt, dass Studierende ihre Fachkenntnisse auf gesellschaftliche Problemstellungen anwenden. Dabei profitiert nicht nur die Gesellschaft von der ehrenamtlichen Leistung (Service), sondern für die Studierenden selbst sind es wertvolle Erfahrungen. Sie führen die Projekte nicht nur praktisch durch, sondern reflektieren ihr Handeln hinsichtlich fachlicher und gesellschaftlicher Aspekte (Learning). Service-Learning vereint auf diese Weise akademische Inhalte mit praxisorientierter Arbeit und gemeinnützigem Engagement. Diese Form des Lernens entspricht auch den Konzepten der Zukunftsagentur Nachhaltigkeit.

