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Kinder beim Forschungscamp

Beim Forschungscamp 2.0 in Kooperation mit dem Stadtjugendausschuss experimentieren 53 Kinder in dieser Woche mit nachhaltigen Projekten aus der Elektro- und Informationstechnik

12. August 2022

Im Rahmen des Ferienprogramms „RELAX! – Dein Sommer.“ veranstaltet der Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe auch in diesem Jahr das Forschungscamp 2.0 für 8 bis 13-jährige wissensdurstige Kinder, an dem sich die Hochschule Karlsruhe (Die HKA) in der Woche vom 8. bis 12. August mit ihrer „Außenstelle“ – dem Campus der HKA in der Moltkestraße – beteiligt. 53 junge Forscherinnen und Forscher können auch in diesem Jahr spielerisch technische Neuheiten erfahren und ausprobieren. Sie werden dabei von fünf Studierenden aus dem Studiengang Elektro- und Informationstechnik betreut, die im Rahmen von Service-Learning-Projekten die kindgerechte Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten aus den Themenfeldern Wasserstoff-Brennstoffzelle, LoRaWAN-Datenübertragung und induktives Laden konzipiert und umgesetzt haben.

Die Woche startete am Montag mit einer Generalprobe, an der acht Kinder von Hochschulangehörigen teilnahmen. Nachdem dort die Abläufe erprobt, nachbesprochen und verbessert wurden, konnten von Dienstag bis Donnerstag 15 Ferienkinder pro Tag, aufgeteilt in jeweils drei Gruppen, auf dem Campus der HKA ihrem Forscherdrang bei verschiedenen Stationen nachgehen. 

Beim Solartruck, einem Experimentierbus zu verschiedenen erneuerbaren Energien, fanden spannende Versuche mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle statt. Dabei erfuhren die Kinder, wofür Wasserstoff genutzt werden kann und weshalb eine solche Brennstoffzelle überhaupt benötigt wird.  Eine weitere Station bestand aus einem Wasserpumpenwagen, den die Kinder zunächst mittels GPS aufgespürt haben, bevor sie die Bäume auf dem Gelände gießen konnten. „Was GPS und WLAN ist, wussten schon viele“, berichtet Oriachel Feyssal, Student der Elektro- und Informationstechnik mit der Vertiefungsrichtung Informationstechnik, der die Station betreute. „Aber was es mit dem Protokoll für Funkkommunikationstechnik LoRaWan auf sich hat, das zur Übertragung der GPS-Daten benötigt wird, war nicht so einfach zu erklären, aber auf Umwegen haben wir es doch hinbekommen.“ Eine weitere Attraktion auf dem Forschungscamp war das Wickeln einer Spule mit Draht. Das Überraschungsmoment und damit auch das Interesse für das Bauteil kam auf, als berührungslos und ohne Quelle die LED an der Spule per Induktion leuchtete.

Neben diesen interessanten Projekten wurden auch wieder die von der Fakultät entwickelten Fahrradgeneratoren eingesetzt. Hier konnten sich die Kinder Popcorn „erstrampeln“ und waren ziemlich erstaunt, wie lange man dafür in die Pedale treten musste. Zudem wurde über die Woche hinweg an einer kleinen Solarstadt gebaut, deren Beleuchtung mit ausgemusterten Solarzellen betrieben wird. Am Nachmittag standen Sportspiele und ein Quiz auf dem Programm, bei dem die Kinder u. a. einen Lötkurs im LivingLab der HKA gewinnen konnten.

Am heutigen Freitag endet die Aktionswoche mit einem Besuch der Studierenden auf dem großen Forschungscamp im Otto-Dullenkopf-Park. Dort zeigen sie allen interessierten Kindern, wie man in der Elektrotechnik Blitze machen kann und ein Pendel, ohne es anzustoßen, ins Schwingen bringt.

Über Service Learning an der HKA
Bei Service Learning handelt es sich um ein didaktisches Konzept, das darauf abzielt, dass Studierende ihre Fachkenntnisse auf gesellschaftliche Problemstellungen anwenden. Dabei profitiert nicht nur die Gesellschaft von der ehrenamtlichen Leistung (Service), sondern auch für die Studierenden selbst sind es wertvolle Erfahrungen. Sie führen die Projekte nicht nur praktisch durch, sondern reflektieren ihr Handeln hinsichtlich fachlicher und gesellschaftlicher Aspekte (Learning). Service Learning vereint auf diese Weise akademische Inhalte mit praxisorientierter Arbeit und gemeinnützigem Engagement.

Das Besondere an diesen Service-Learning-Projekten ist deren Nachhaltigkeit. Zum einen werden sie in nachfolgenden Projekten immer weiterentwickelt, zum anderen können sie für andere Projekte angepasst und verwendet werden. So ist beispielsweise aus Projekten in Kooperation mit dem Stadtjugendausschuss der Solartruck entstanden, der als Sammelstation für verschiedene erneuerbare Energien genutzt wird und u. a. auch an Schulen in der Region Station macht. Die Erweiterung mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle ist das Ergebnis des Service-Learning-Projekts aus diesem Semester.

 „Das Service Learning ist in technischen Fächern nicht sehr verbreitet und nahezu ein Alleinstellungsmerkmal unserer Hochschule“, erklärt Cosima Klischat, Leiterin des Elektrotechnik Zentrums der HKA. „Deshalb wurden wir im Juni auch auf eine internationale Konferenz in Darmstadt eingeladen, um darüber zu berichten. Aber im Vordergrund steht die Freude an der Technik, die die Studierenden lernen, didaktisch gut an die Kinder zu übertragen.“

Kontakt

Hochschuloffenes Elektrotechnikzentrum H.ErT.Z
Cosima Klischat

Tel.: +49 (0)721 925-1461
cosima.klischatspam prevention@h-ka.de

Presse und Kommunikation
Cordula Boll

Tel.: +49 (0)721 925-1014
pkspam prevention@h-ka.de

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