Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
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Mann mit Glaskugeln

Praktikum am CERN: Internationale Forschung erleben

Praxisnah arbeiten. Internationale Erfahrung sammeln. Berufliche Perspektiven erweitern.

Sie möchten internationale Forschung hautnah erleben und wertvolle Praxiserfahrung in einem weltweit renommierten Forschungszentrum sammeln? 

Ein Praktikum am CERN in der Schweiz bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihr Fachwissen in einem internationalen Umfeld anzuwenden, an spannenden Projekten mitzuwirken und wichtige Erfahrungen für Ihren weiteren beruflichen Weg zu sammeln. Ein CERN Aufenthalt ist für Ihren Lebenslauf und Ihren beruflichen Lebensweg in jeder Hinsicht Gold wert.

Profitieren Sie vom Kooperationsabkommen zwischen CERN, dem Land Baden-Württemberg und der Hochschule Karlsruhe und bewerben Sie sich für das Technical Student Programme. Neben einer attraktiven Vergütung erwarten Sie ein internationales Arbeitsumfeld, die Mitarbeit in einem hochspezialisierten Team und spannende Einblicke in Forschung und technische Entwicklung.

Das Programm im Überblick

Aktuelle Events

  • Nächstes CERN Online-Event findet am 07.10.2026 statt!

    Nehmen Sie an unseren Online-Events zusammen mit dem CERN teil und informieren Sie sich über das Technical Student Programm sowie das Bewerbungsverfahren an der HKA. Erhalten Sie auch Informationen aus erster Hand von HKA Studierenden, die aktuell ein Praktikum beim CERN absolvieren. 

    Die nächste CERN-Informationsveranstaltung findet am 07.10.2026 von 17:30 Uhr bis 19:00 Uhr online statt (auf Englisch!)

    Zugangsdaten:

    Die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine wichtige Vorbereitung für die Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen für die kommende Bewerbungsrunde. 

    Hinweis für HKA-Studierende: Planen Sie nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung vorsichtshalber noch etwas Zeit ein, da insbesondere im Hinblick auf das Bewerbungsverfahren mit zusätzlichen Fragen und einem entsprechenden Beratungsbedarf gerechnet werden kann.

  • CERN hautnah erleben - bei der CareerContacts und beim After-Messe-Event am 19.10.2026!

    Ein Aufenthalt beim weltbekannten Großforschungsunternehmen klingt unerreichbar? Nicht an der Hochschule Karlsruhe! Am 19.10.2026 hast du die Möglichkeit, das CERN nicht nur auf der CareerContacts-Messe kennenzulernen, sondern auch beim After-Messe-Event „Mission CERN: Karriere trifft Wissenschaft“ hautnah zu erleben.

    Höre spannende Erfahrungsberichte, entdecke vielfältige Karrieremöglichkeiten am CERN und nutze im Anschluss die Gelegenheit zum Austausch und Networking – bei leckeren Snacks und Getränken!

    Wichtig: Für das After-Messe-Event ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, da die Plätze begrenzt sind.

    Zur Anmeldung

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1. Programminformationen

Es erwarten Sie

  • Ein spannendes auf Sie zugeschnittenes Projekt
  • Integration in ein Team
  • Teilnahme am Arbeitsalltag
  • Sammeln von Berufserfahrung auch während des Schreibens Ihrer Abschlussarbeit
  • Praktikum als Sprungbrett für Ihre berufliche Karriere
  • Und nicht zuletzt, ein attraktives Sportprogramm und Unterstützung bei der Wohnungssuche

Ihre Vorteile

  • Abkommen zwischen HKA und CERN = Bewerbungsvorteil
  • 3486 CHF Nettogehalt im Monat (Stand März 2026)
  • Reisekostenzuschuss
  • Zusätzlicher Zuschuss bei Aufenthalt mit Ehepartner bzw. Ehepartnerin und/oder Kinder(n)
  • Krankenversicherung (auch für die Angehörigen) in Höhe von ca. 172 CHF wird vom Nettogehalt abgezogen
  • 2,5 Tage Urlaub im Monat; zusätzlich 2 Tage Sonderurlaub je 6 Monate Praktikumsdauer für z. B. Prüfungen an der HKA und 2 Wochen Betriebsurlaub am Jahresende

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2. Voraussetzungen

Das bringen Sie mit

  • Staatsangehörigkeit eines CERN- oder assoziierten Mitgliedstaates
  • Gute Englisch- oder Französischkenntnisse
  • Studium im Bereich:
    • Mechanical Engineering
      • Bachelor: MMT (MABB, MECB)
      • Master: MMT (MABM, MECM, MMSM, RKIM)
    • IT, Mathematics and Robotics
      • Bachelor: IWI (DSCB, INFB, WIIB)
      • Master: IWI (INFM, WIIM)
    • Electrical or Electronics Engineering
      • Bachelor: EIT (EEIB, EITB, KIIB, QUCB)
      • Master: EIT (EITM, ELWM, SSTM)
    • General or Civil Engineering
      • Bachelor: AB (BIWB, BITB, UIWB)
      • Master: AB (BIWM, BITM)
    • Material and Surface Science
  • Mindestens 3 absolvierte Studiensemester
  • Immatrikulation während der gesamten Praktikumsdauer
  • Zeit für einen 6 bis 12 monatigen Aufenthalt

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3. Bewerbungsinformationen

Bewerbungszeiträume

Im Rahmen des Kooperationsabkommens können Sie sich zwei Mal im Jahr bewerben.

  • Im Oktober/November für den Start im Sommersemester (frühester Aufenthaltsstart ist Februar)
  • Im März / April für den Start im Wintersemester (frühester Aufenthaltsstart ist September)

Die genauen Bewerbungstermine werden rechtzeitig auf dieser Website sowie über die Career-News und den Studierenden-Mailverteiler bekannt gegeben.

Bewerbungsablauf

  1. Teilnahme am CERN Online-Event
  2. Vorbereitung der Bewerbungsunterlagen anhand der bereitgestellten Tipps
  3. Einreichung der Bewerbungsunterlagen bei Sarah Fatemi per E-Mail (sarah.fatemi@h-ka.de) – FRIST BEACHTEN!
  4. Persönlicher Besprechungstermin zur Durchsicht der Bewerbungsunterlagen
  5. Selbstständige Überarbeitung der Unterlagen anhand des Feedbacks
  6. Erneute Zusendung der überarbeiteten Unterlagen an Sarah Fatemi
  7. Erhalt der abschließenden Korrekturhinweise und des Bewerbungslinks per E-Mail
  8. Einarbeitung der letzten Korrekturen
  9. Abschließende Bewerbung über den bereitgestellten Link – FRIST BEACHTEN!

Bewerbungsunterlagen

  • Lebenslauf in englischer Sprache
  • Motivationstext in englischer Sprache, ohne Adressat, Floskeln und Unterschrift  (nicht mehr als 1440 Zeichen inkl. Leerzeichen, da für die Bewerbungsmaske)
  • Aktuellstes Notenblatt (Transcript of Records) in englischer Sprache
  • Referenzschreiben einer Professorin bzw. eines Professors (bevorzugt in Englisch oder Französisch)
  • Ggfs. Referenzschreiben und/oder qualifizierte Praktikumszeugnisse ehemaliger Arbeitgeber (inkl. einfacher Übersetzung ins Englische)

Das CERN-Programm startet in die nächste Runde!

Bitte reichen Sie die Bewerbungsunterlagen ein:

  • bis zum 26.10.2026 um 23:59 Uhr bei  Sarah Fatemi  zum verpflichtenden Bewerbungscheck
  • bis zum 09.11.2026 um 12:00 Uhr mittags die geprüfte Bewerbung im Online-Portal des CERN. 

Die privaten Links zum Online-Portal des CERN erhalten Sie von Sarah Fatemi nach der Bewerbungsprüfung.

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4. Erfahrungsberichte: HKA-Studierende am CERN

Hier erfahren Sie durch persönliche Einblicke in Forschung, Arbeitsalltag und Leben am CERN wie unsere Studierenden internationale Spitzenforschung erlebt und mitgestaltet haben. 

Annika Bäurer – Praktikum im Bereich R&D of High-Temperature Superconducting (HTS) Systems (01.03.2025 - 31.03.2026)

1. Was hat Sie dazu bewogen sich beim CERN zu bewerben?

Wissenschaft und Forschung haben mich schon immer fasziniert und die Möglichkeit, mich an einem so besonderen Ort wie dem CERN zu bewerben, musste ich einfach nutzen. Dort mein Praktikum zu machen, wo so viele unglaubliche und wichtige Errungenschaften ihren Ursprung haben, war für mich eine absolut aufregende Vorstellung. Zusätzlich war das multinationale Umfeld und die tägliche Arbeit auf Englisch etwas, das mich sehr angesprochen hat und das ich unbedingt erleben wollte.

2. Wie verlief der Bewerbungsprozess?

Überraschend unkompliziert. Zuerst habe ich mich mit Lebenslauf, Motivationsschreiben, einem Empfehlungsschreiben einer Professorin und ein paar weiteren geforderten Angaben online beworben. Dabei war die Unterstützung der Hochschule für mich besonders wertvoll. Zum einen war ich froh über eine Fristverlängerung, da ich mich sehr kurzfristig viel früher als geplant mitten in der Prüfungsphase beworben habe. Zum anderen habe ich mir viele Gedanken über die für mich optimale Gestaltung meiner Bewerbung gemacht und das Feedback der Hochschule zu meinen Unterlagen hat mir sehr viel Sicherheit gegeben. Kurz darauf absolvierte ich ein Asynchroninterview, bei dem man ein paar Fragen per Video in einem einzigen Take beantworten muss. Die Fragen waren nicht fachlich, sondern eher persönlich. Es ging darum zu zeigen, wer man ist. Danach herrschte fast drei Monate Stille, bis ich plötzlich eine E-Mail mit der Zusage bekam. Ich konnte es kaum glauben und war richtig aufgeregt, meinen neuen Supervisor zum ersten Mal per Video Call kennenzulernen.

3. Wie läuft ein Praktikum beim CERN ab?

Ich habe mein Praktikum in der Abteilung TE-MSC-HSD gemacht, die sich mit der Forschung und Entwicklung von hochtemperatursupraleitenden Systemen beschäftigt. Genauer gesagt untersucht und charakterisiert die Abteilung das hochtemperatursupraleitende (HTS) Material durch Experimente und baut und testet verschiedene funktionsfähige Magnete. Außerdem hat die Abteilung die neuen, sogenannten Superconducting Links entworfen und gebaut, die ab Sommer 2026 dazu dienen, die neuen Magnete des LHC nach dem HiLumi Upgrade mit Strom zu versorgen.

Mein Praktikum war im Bereich Materialuntersuchung und Magnetbau angegliedert und war eine Mischung aus praktischen Tätigkeiten in der Werkstatt und theoretischen Arbeiten am PC – für mich persönlich die perfekte Kombination! Zu Beginn habe ich mich mit der elektromagnetischen Simulation von mehreren Racetrack-Magneten (siehe Foto) beschäftigt, dann einzelne Racetrack-Magnete elektrisch in flüssigem Stickstoff getestet, später mit Dehnmessstreifen gearbeitet und gegen Ende die elektronische Überwachung eines Racetrack-Magneten, welcher unter mechanischem Druck steht, entworfen und gebaut. Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass ich den gesamten Entstehungsprozess von der ersten Skizze bis zur praktischen Umsetzung eigenständig in die Hand nehmen konnte. Zwischendurch haben wir im Team immer wieder Experimente durchgeführt, um mechanische und thermische Eigenschaften des Materials genauer zu charakterisieren. Obwohl ich Maschinenbau studiere, hatte ich sehr viel mit Elektrotechnik zu tun. Dies war zu Beginn etwas überfordernd, hat sich dann aber schnell in Begeisterung verwandelt. Diese Erfahrung hat mich dann dazu bewogen, mich für meine zukünftigen Berufsentscheidungen sowohl mit Maschinenbau als auch mit Elektrotechnik und Informatik zu beschäftigen.

Bei all meinen Tätigkeiten hatte ich immer meinen Supervisor als direkten Ansprechpartner und auch das gesamte Team hat mir bei Fragen jederzeit geholfen. Gut fand ich dabei, dass wir alle aus unterschiedlichen Disziplinen stammen, grob Elektrotechnik, Angewandte Physik und Maschinenbau, denn es war immer sehr interessant zu sehen, wie verschieden jeder je nach Hintergrund an eine Fragestellung herangeht.

4. Für ein Praktikum / eine Abschlussarbeit beim CERN würde ich mich jederzeit wieder entscheiden, weil…

… ich unglaublich viele technische Zusammenhänge kennenlernen und erkunden konnte - von gängigen bis hin zu hochspeziellen Dingen, die man nur selten so nah erleben kann.

… ich sehr kreativ denken und handeln konnte und mit bemerkenswerter guter technischer Ausstattung arbeiten durfte.

… es unglaublich bereichernd ist und Spaß macht, in einem so multinationalen Umfeld mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten und sich persönlich, aber auch fachlich auszutauschen.

5. Meine Tipps für Interessierte an einem Praktikum / einer Abschlussarbeit am CERN

Wenn echtes Interesse und Motivation bestehen, sollte man sich einfach bewerben und nicht zu lange darüber nachdenken, ob die Noten oder das Englisch gut genug sind. Man muss nicht perfekt sein – man muss nur offen dafür sein, sich weiterzuentwickeln. Wichtig dabei finde ich, sich für das Motivationsschreiben ausgiebig Gedanken zu machen, wie man sich mit ein paar Zeilen Text so authentisch wie möglich präsentieren kann. Außerdem empfehle ich jedem, sich für 10 bis 12 Monate zu bewerben und nicht nur für 6 Monate, denn es gibt so vieles zu entdecken, dass 6 Monate einfach nicht reichen werden. 

Franziska Reuschel - Praktikum im Bereich CMS Outer Tracker front-end (01.05.2025 - 30.04.2026)

1. Was hat Sie dazu bewogen sich beim CERN zu bewerben?

Die Möglichkeit an einem bedeutungsvollen und internationalen Forschungsprojekt mitwirken zu können, fand ich sehr spannend. Das Technical Student Programm bietet den optimalen Rahmen ein Praktikum mit einem Auslandsaufenthalt zu verbinden. So konnte ich während meines Masterstudiums abseits des Unialltags neue Erfahrungen sammeln.

2. Wie verlief der Bewerbungsprozess?

Im Rahmen der Kooperation der Hochschule Karlsruhe mit dem CERN wurden meine Bewerbungsunterlagen vorab geprüft. Das zusätzlich angebotene Onlineevent war ebenfalls sehr hilfreich, um einen Überblick über das Bewerbungsverfahren am CERN zu bekommen. Die Bewerbung am CERN ist allgemein für das Technical Student Programm und nicht Projekt-spezifisch. Nach der Bewerbungsfrist wählen die Abteilungen intern welche Bewerbungen zu ihren Projekten passen. Im weiteren Verlauf habe ich deshalb verschiedene Aufgaben u.a. einen Hackerrank Test und eine Coding Challenge bearbeitet. Anschließend wurde ich zu einem persönlichen Videointerview eingeladen, bei dem ich mehr über mein jetziges Projekt erfahren habe.

3. Wie läuft ein Praktikum beim CERN ab?

Zu Beginn des Praktikums gibt es einige Veranstaltungen, um andere Newcomer kennenzulernen. Am Anfang waren es viele Eindrücke und alles etwas überwältigend, aber glücklicherweise habe ich mich schnell zurechtgefunden. Allgemein ist es sehr leicht Kontakte zu knüpfen, aufgrund der Vielzahl an Vorträgen, Workshops und Freizeitangeboten. Auch mein Team hat mich sehr herzlich aufgenommen und in die Arbeitsabläufe integriert und eingearbeitet. Das Projekt, an dem ich mitgearbeitet habe, entwickelt elektronische Bauteile für den neuen CMS-Detektor. Dieser wird im Rahmen des Phase 2 Upgrades erneuert, um die Anforderungen im nächsten Testlauf zu erfüllen. Meine Aufgaben habe ich eigenständig bearbeitet, konnte mich aber für Rückfragen immer an meine Kollegen wenden. Grundsätzlich ist ein hohes Maß an Eigeninitiative und Organisationstalent ein Pluspunkt, um den Anforderungen gerecht zu werden.

4. Für ein Praktikum / eine Abschlussarbeit beim CERN würde ich mich jederzeit wieder entscheiden, weil…
  • … es eine einmalige Gelegenheit ist, einen Blick hinter die Kulissen eines renommierten Forschungsprojektes zu werfen und daran mitzuwirken.
  • … ich während meines Praktikums viele Menschen mit spannenden Vitae kennenlernen durfte.
  • … auch abseits des Arbeitsalltages meine Zeit am CERN eine einzigartige Erfahrung war. Ich habe neue Eindrücke gewonnen, Freundschaften geschlossen und viel gelernt.
5. Meine Tipps für Interessierte an einem Praktikum / einer Abschlussarbeit am CERN

Das CERN ist ein interdisziplinäres Forschungsumfeld, in dem Menschen aus unterschiedlichsten Fachbereichen zusammenarbeiten. Es erfordert das Know-how verschiedener Disziplinen, um Detektoren zu installieren, Testläufe durchzuführen und physikalische Phänomene zu analysieren. Das CERN ist weit mehr als nur Physik und bietet zahlreiche Möglichkeiten für Studierende aus dem MINT-Bereich. Daher kann ich alle Interessierten nur dazu ermutigen, sich zu bewerben!

Leon Maag - Praktikum im Bereich Experimental Physics / CMS / HGCAL (01.04.2024 - 31.01.2025)

1. Was hat Sie dazu bewogen sich beim CERN zu bewerben?

Ehrlich gesagt hätte ich nach dem Abitur nicht gedacht, jemals wieder mit Physik in Berührung zu kommen. Als Informatikstudent hatte ich auch gar nicht auf dem Schirm, dass es dort Praktika für mich geben könnte. Schließlich ist CERN ein Forschungszentrum für Teilchenphysik und hat auf den ersten Blick nichts mit dem zu tun, was ich studiere. Als ich jedoch die Ausschreibung auf der Webseite der Hochschule sah, habe ich sie mehr aus Neugier als mit echter Absicht gelesen. Doch schnell merkte ich: Das klingt spannend. Ich informierte mich weiter und stellte fest, dass nur ein kleiner Teil der Arbeit am CERN reine Physik ist. Viel wichtiger sind die Entwicklung und der Bau von Anlagen, Detektoren, Beschleunigern und Magneten. Das Technical Student Programme versprach, dass ich als Student genau dort mitarbeiten könnte, also beschloss ich, mich zu bewerben.

2. Wie verlief der Bewerbungsprozess?

Dank des Kooperationsabkommens der Hochschule Karlsruhe mit dem CERN war der Bewerbungsprozess recht unkompliziert. Nach dem Hochladen meiner Unterlagen im Online-Portal folgte ein asynchrones Interview mit Fragen zu meiner Person und meinen Interessen. Nach etwas Wartezeit hatte ich dann direkte Gespräche mit möglichen Teams, in welchen mir deren Projekte und meine potenziellen Aufgabengebiete erklärt wurden.

3. Wie läuft ein Praktikum beim CERN ab?

Ich entschied mich für das Team HGCAL. Mit der zweiten Phase des LHC wird die sogenannte „Luminosity“, also die Zahl der Kollisionen, von 40 auf 140 pro Event erhöht. Um mit dieser neuen Anzahl zurechtzukommen, müssen auch alle Detektoren entsprechend verbessert werden. Mein Team arbeitete am Upgrade eines Subdetektors des CMS-Experiments, das 2012 entscheidend zur Entdeckung des Higgs-Bosons beigetragen hatte. Genauer gesagt ging es um das High-Granularity Calorimeter, ein Detektor, der die Energie einzelner Teilchen misst. Meine erste Ankunft am CERN und gleichzeitig mein erster Arbeitstag begannen mit einer großen Welcome-Session mit einer Eröffnungsrede und einigen Kennenlernspielen, wobei ich mit einigen der etwa 80 weiteren Technical Students dieses Monats in Kontakt kam. Direkt im Anschluss an die Session, ging es weiter an meinen Arbeitsplatz, wo ich meinen Supervisor und Mentor sowie den Rest von meinem Team zum ersten Mal kennenlernte. Während der Laborbesichtigung bekam ich auch gleichzeitig noch ganz nebenbei einen kleinen Physikcrashkurs, da meine Physikkenntnisse zu diesem Zeitpunkt schon 3 Jahre alt waren. Innerhalb des ersten Tages haben sich die mir bekannten Teilchen somit mindestens verdreifacht.

Die Aufgabe, welche für mich angedacht war, ist das Entwickeln einer Steuerungssoftware für die Initialisierung, Parametrisierung und Operation der Readout-Kette des Detektors. Hierfür habe ich in enger Abstimmung mit meinem Chef die Anforderungen erarbeitet, war aber in dem Design der Softwarearchitektur weitgehend eigenständig. Besonders positiv war, dass ich nicht wie ein Praktikant behandelt wurde, sondern als vollwertiges Teammitglied mit viel Verantwortung. In Bezug auf Software wurde regelmäßig meine Meinung eingeholt und meine Vorschläge ernsthaft in Betracht gezogen. Das war definitiv etwas Besonderes.

Das absolute Highlight waren die beiden Beamtests: zweiwöchige Phasen, in denen unser Prototyp unter Realbedingungen im Teilchenstrahl getestet wurde. Diese Tests sind entscheidend für die Serienproduktion und die Vergabe von Forschungsgeldern. Alle zogen in dieser Zeit an einem Strang und waren extra motiviert. Zu sehen, wie sich die Arbeit der letzten Monate auszahlt, war sehr befriedigend.

4. Für ein Praktikum / eine Abschlussarbeit beim CERN würde ich mich jederzeit wieder entscheiden, weil…
  • … auch abseits der Arbeit das Leben am CERN großartig ist. Schon in den ersten Wochen fand ich einen engen Freundeskreis aus anderen Technical und Doctoral Students. Gemeinsam waren wir wandern, klettern oder machten Ausflüge nach Genf, Lausanne und Annecy. Die Umgebung mit der Bergkulisse durch die Alpen und dem Genfer See ist unglaublich schön.
  • … im Winter vom CERN organisierte Skitouren angeboten werden. Von Dezember bis Februar fahren jedes Wochenende Skibusse in umliegende Gebiete, wobei sogar kostenlose Skikurse für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten werden.
  • … definitiv keine Langeweile am CERN aufkommt, weder bei der Arbeit noch in der Freizeit.
  • … das Praktikum eine einmalige Chance war, die ich bei Gelegenheit sofort wiederholen würde.
5. Meine Tipps für Interessierte an einem Praktikum / einer Abschlussarbeit am CERN
  • Bereitet euch vor den asynchronen Interviews ein wenig darauf vor, indem ihr euch über das CERN und dessen Mission informiert. Keine Sorge, es werden keine physikalischen Kenntnisse abgefragt, aber ein wenig Grundwissen über das CERN selbst, den LHC, und für was das CERN steht kann nicht schaden.
  • Lasst euch nicht verunsichern, falls Bewerbungsverfahren länger dauern als erwartet. Ich selbst hatte mich auch im Oktober beworben und eine Zusage erst im Februar erhalten.

Nick Dienemann - Praktikum im Bereich Applied Physics / Fast Beam Condition Monitor (01.04.2024 - 31.08.2024)

1. Was hat Sie dazu bewogen sich beim CERN zu bewerben?

Nach meinem Bachelorabschluss war für mich klar: Bevor ich ein Masterstudium beginne, wollte ich eine besondere, neue Erfahrung machen, etwas, das über das klassische Studium hinausgeht. Bereits während meines Studiums hatte ich von der Kooperation der HKA mit dem CERN erfahren, jedoch ließ sich ein Praktikum während meines kooperativen Studienprogramms nicht realisieren. Mit dem Abschluss des Bachelors fiel diese Einschränkung weg und ich habe die Chance sofort ergriffen. Für mich war das CERN schon immer ein faszinierender Ort. Ein Ort an dem Physik und Technik auf absolutem Top-Niveau zusammenkommen. Allein die Vorstellung, dass dort Teilchen mit fast Lichtgeschwindigkeit durch kilometerlange Tunnel geschickt werden, um die Grundbausteine unseres Universums zu erforschen, hat mich total gepackt. Ich wollte unbedingt einmal sehen, wie so ein Ort von innen aussieht und wie Menschen dort arbeiten. Die Chance, selbst ein kleiner Teil davon zu sein, klang einfach unglaublich spannend. Und da ich sowieso Lust hatte, nach dem Bachelor eine Zeit ins Ausland zu gehen, war das Praktikum am CERN genau das Richtige für mich.

2. Wie verlief der Bewerbungsprozess?

Die Bewerbung für das Technical Student Programme ist vielschichtig, aber gut strukturiert. Zunächst bereitete ich im Rahmen des Kooperationsprogramms gemeinsam mit Martina Link von der HKA die erforderlichen Unterlagen (Lebenslauf, Motivationsschreiben, Notenübersicht, Referenzschreiben) vor. Ihre Unterstützung war dabei sehr hilfreich. Anschließend reichte ich meine Bewerbung über das offizielle CERN-Portal in mehreren Fachrichtungen ein, da ich vielseitige Interessen hatte und mich nicht sofort festlegen wollte.

Nach Sichtung der Unterlagen durch die Personalabteilung folgte ein asynchrones Videointerview. Fünf Fragen, unbekannt im Voraus, mussten jeweils in einem kurzen Zeitfenster beantwortet und per Video aufgezeichnet werden – eine herausfordernde, aber auch spannende Erfahrung. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Schritts wird man in einen Bewerberpool aufgenommen. Bis zu diesem Punkt werden die Bewerber lediglich von der HR-Abteilung am CERN gesichtet. Ab diesem Zeitpunkt können dann die einzelnen Forschungsgruppen am CERN die Profile einsehen und Kandidat*innen auswählen. Ich wurde schließlich zu einem individuellen Fachinterview eingeladen und nach einem angenehmen und lockeren Gespräch erhielt ich das Angebot, dem ich mit Freude zustimmte.

3. Wie läuft ein Praktikum beim CERN ab?

Am ersten Tag startet das Praktikum mit einer gemeinsamen Einführungsveranstaltung. Dort kommen alle neuen Technical Students zusammen, die im gleichen Turnus beginnen. Neben einer Vorstellung des CERN und einigen organisatorischen Infos ist das eigentliche Highlight aber das Kennenlernen der anderen. Jeder ist neu vor Ort, in einer ähnlichen Lebenssituation, teilt das Interesse an Wissenschaft und Technik – das verbindet sofort. Schon bei dieser Veranstaltung entstehen erste Freundschaften, die oft über das Praktikum hinaus bestehen bleiben.

Im Anschluss ging es direkt in die Fachabteilungen. Von dort an ist das Praktikum für jeden Studenten unterschiedlich, denn die Tätigkeiten der Studierenden am CERN sind extrem vielfältig. Von der Entwicklung eines verbesserten Kühlsystems für den Teilchenbeschleuniger, über Software für die Steuerung der Magneten, bis hin zu Machine Learning für die Auswertung der physikalischen Experimente. Kein Praktikum gleicht dem anderen.

Ich selbst arbeitete in einer Gruppe, die den Fast Beam Condition Monitor (FBCM) entwickelte: einen neuen Detektor zur Bestimmung der Kollisionsrate am CMS-Experiment, einem der großen zwei Experimente am Large Hadron Collider (LHC). Diese Messgröße ist essenziell für die Kalibrierung vieler anderer Detektoren und damit von zentraler Bedeutung.

Während meines Praktikumszeitraums hatte ich das große Glück, zwei sogenannte Beam-Tests mitzuerleben. Ein Beam-Test ist eine Woche intensiver Tests, bei denen der neue Detektorprototyp einem hochenergetischen Teilchenstrahl (~15GeV) ausgesetzt wurde. Meine Aufgabe war es, die Datenerfassung dieser Tests zu programmieren und ein Framework zur Analyse zu entwickeln. Ziel war es, verschiedene Testbedingungen miteinander zu vergleichen, physikalische Effekte sichtbar zu machen und Rückschlüsse auf die Detektoreffizienz und Genauigkeit zu ziehen. Darüber hinaus arbeitete ich im Labor daran, bestimmte Effekte, welche bei der Datenanalyse unseres Detektors gefunden wurden, mit einer kleinen radioaktiven Quelle zu reproduzieren. Insgesamt hat mir Arbeit enorm Freude bereitet, unter anderem, weil sie eine Brücke zwischen Programmierung und experimenteller Physik geschlagen hat.

4. Für ein Praktikum / eine Abschlussarbeit beim CERN würde ich mich jederzeit wieder entscheiden, weil…

Meine Zeit am CERN war rückblickend eine der besten Phasen meines bisherigen Lebens. Drei Dinge haben sie für mich besonders gemacht:

  • Die Menschen: Ich habe in dem halben Jahr Freundschaften geschlossen, die sonst vielleicht Jahre gebraucht hätten. Nirgends sonst habe ich bisher eine so hohe Dichte an motivierten, offenen und beeindruckenden Menschen gesehen, wie am CERN.
  • Die Arbeit: Die Möglichkeit, an einem Ort wie dem CERN zu arbeiten, mit modernster Technik, in einem globalen wissenschaftlichen Umfeld, ist schlicht einzigartig. Die Arbeit hat sich nicht nach Arbeit angefühlt, sondern viel mehr wie ein Zusammenkommen von Menschen, die an einer gemeinsamen Vision tüfteln.
  • Die Umgebung: Die Region rund um Genf ist wunderschön. Der Genfer See, die nahen Berge, Wanderwege im Sommer, Skifahren im Winter. Und das alles lässt sich durch die sehr gute Vergütung auch wirklich genießen.
5. Meine Tipps für Interessierte an einem Praktikum / einer Abschlussarbeit am CERN

Wer überlegt, sich für ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit am CERN zu bewerben, dem kann ich nur raten: Tut es! Es spielt keine Rolle, ob ihr aus der Physik kommt oder einen anderen Hintergrund habt, denn das CERN bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, auch in Bereichen wie Informatik, Ingenieurwesen oder sogar Wirtschaft. Seid offen und traut euch auch an Themen heran, mit denen ihr noch nicht vertraut seid. Mit etwas Neugier und Engagement kann daraus eine unvergessliche Zeit werden – vielleicht sogar die beste eures bisherigen Lebens.

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Noch Fragen? FAQs

Hier finden Sie antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen rund um folgende Bereiche:

Finden Sie keine Antwort zu Ihrer Frage?  Oder sollte eine Frage hier noch aufgenommen werden?

Wenden Sie sich gerne an sarah.fatemispam prevention@h-ka.de

A. Fragen zur Bewerbung allgemein

1. Wie hoch sind meine Chancen genommen zu werden?

Sie sollten gute bis sehr gute Noten im Studium haben. Ein interessanter Lebenslauf und ein aussagekräftiger Motivationstext sind ebenso wichtig. Hierbei hilft Ihnen Sarah Fatemi.

2. Kann ich mich auf ein spezifisches Projekt bewerben? 

Nein, eine Bewerbung ist nur für die Bereiche möglich. Natürlich können Sie Interessengebiete oder Schwerpunkte im Motivationsschreiben und im Online-Interview angeben.

3. Kann ich mich für mehrere Bereiche bewerben? 

Ja, Sie können sich für mehrere Bereiche bewerben. Jeder Bereich bedarf aber einer eigenen Bewerbung (separater Bewerbungslink).

4. Bis zu welchem Zeitpunkt muss ich nachweisen, dass ich bereits drei Semester (18 Monate) meines Studiums absolviert habe?

Im Idealfall haben Sie bereits zum Zeitpunkt der Bewerbung mindestens drei Studiensemester absolviert. Spätestens zur Sitzung des Auswahlkomitees müssen die 18 Monate Studienzeit jedoch nachgewiesen werden.

5. Welche Hochschulsemester werden für die Voraussetzung von drei absolvierten Studiensemestern angerechnet?

Angerechnet werden alle bisher absolvierten Hochschulsemester auf Bachelor- bzw. Master-Level – auch dann, wenn Sie die Hochschule oder den Studiengang gewechselt haben. Die Semester müssen nicht im aktuellen Studiengang oder an der Hochschule absolviert worden sein, die Teil des Kooperationsabkommens ist.

6. Kann ich mich mehrmals für das Technical Student Programme bewerben?

Ja, eine erneute Bewerbung ist grundsätzlich möglich, sofern die maximale Aufenthaltsdauer von 14 Monaten noch nicht ausgeschöpft wurde.

Bitte verstehen Sie eine frühere Absage nicht als negatives Feedback zu Ihrem persönlichen Profil oder Ihrer fachlichen Eignung. Da sich die verfügbaren Stellen und Projekte von Runde zu Runde verändern, kann eine erneute Bewerbung durchaus sinnvoll sein.

 

B. Fragen zum Bewerbungsprozess

1. Warum muss ich vorab meine Bewerbungsunterlagen beim Center of Competence einreichen? 

Es bewerben sich jährlich sehr viele Studierende für ein Praktikum beim CERN. Im Rahmen des Kooperationsabkommens haben Sie die Möglichkeit, bei der Bewerbung unterstützt zu werden und Ihre Bewerbungsunterlagen prüfen zu lassen. Hiermit erhöhen Sie Ihre Chance genommen zu werden. Zudem erhalten Sie nur so den Bewerbungslink.

C. Fragen zu den Bewerbungsunterlagen

1. Was ist, wenn die Referenzschreiben meiner ehemaligen Arbeitgeber nur in deutscher Sprache sind?

Ein deutsches Referenzschreiben wird akzeptiert. Jedoch sollten Sie eine einfache Übersetzung (Englisch oder Französisch, kann von Ihnen selbst erstellt sein) miteinreichen. Ansonsten könnte ein Nachteil für Sie entstehen, da nicht alle Jurorinnen und Juroren im Auswahlkomitee Deutsch sprechen. 

2. Was passiert, wenn ich nicht rechtzeitig ein Referenzschreiben von einer Professorin/einem Professor erhalte?

Ihre Professorinnen und Professoren wissen normalerweise über das Kooperationsabkommen mit dem CERN und über die Fristen Bescheid. Sie sollten Sie somit mit einem aussagekräftigen Referenzschreiben unterstützen. Falls Sie nicht rechtzeitig ein Referenzschreiben erhalten, kann Ihre Professorin/Ihr Professor es auch nach Ihrer Online-Bewerbung nachträglich hochladen.

3. Muss das Referenzschreiben einer Vorlage entsprechen bzw. kann eine Vorlage zur Verfügung gestellt werden?

Nein, für das Referenzschreiben gibt es keine speziellen Vorgaben oder Vorlagen. Es liegt an Ihrem Professor oder Ihrer Professorin, Ihre Besonderheiten und Qualifikationen hervorzuheben (sei es fachliche Qualifikationen oder persönliche Kompetenzen), weshalb Sie für ein Praktikum beim CERN empfohlen werden können. 

4. Darf das Referenzschreiben bei Masterstudierenden auch von Professoren oder Professorinnen des vorangegangenen Bachelorstudiums verfasst werden?

Ja, das ist kein Problem. Das Referenzschreiben muss nicht von einem aktuellen Professor / einer aktuellen Professorin ausgestellt werden. Insbesondere, wenn Sie gerade erst Ihr Masterstudium begonnen haben, können die Professorinnen und Professoren Ihres Bachelorstudiums Sie besser einschätzen und bewerten.

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Kontakt

Sarah Fatemi - CERN Ansprechpartnerin

Sarah Fatemi

CERN Kooperationsprogramm

Projekt- und Marketingkoordination sowie Bewerbungsberatung

F303 / sarah.fatemi@h-ka.de / 0721 925-2529

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