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Große SWR-Mitmachaktion #besserRadfahren

Gestern wurden die Ergebnisse des SWR-Projekts zum Gefährdungsempfinden von Radfahrenden öffentlich präsentiert. Verkehrsexperten der HKA werteten die Daten von über 10.000 Meldungen aus.

10. Juni 2021

Was Radfahrerende mit Abstand am meisten stresst, sind Autos, die zu eng überholen. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Untersuchung zum Gefährdungsempfinden von Menschen, die mit dem Rad unterwegs sind. Der SWR hatte im Rahmen des Projekts #besserRadfahren im Frühjahr 2021 dazu aufgerufen, Gefahrenstellen und Probleme im Radverkehr zu melden. Radfahrende konnten über verschiedene Instrumente selbst Rückmeldungen zu Mängeln und Konflikten im Radverkehr geben und damit eine wissenschaftlich fundierte Datenbasis liefern. 10.756 Meldungen gingen ein. Die #besserRadfahren-Mitmachaktion ist damit die umfassendste Erhebung zum Sicherheitsgefühl im Radverkehr in Deutschland.

Die wissenschaftliche Auswertung der Mitmachaktion erfolgte durch Prof. Dr. Jochen Eckart und Studierende aus dem Studiengang Verkehrssystemmanagement an der Hochschule Karlsruhe. In ihrer Analyse zeigen sie typische Schwachstellen in der Verkehrsführung sowie Verkehrskonflikte für Radfahrende auf. Die Ergebnisse der Auswertung präsentierte der SWR am zweiten Thementag, am 9. Juni 2021, online, im Radio und Fernsehen.

Drei Erhebungsinstrumente wurden für die Erfassung der Bedürfnisse der Radfahrenden zur Verfügung gestellt, deren Kombination aus Sicht der Radfahrenden einen umfassenden Einblick in die Stärken und Mängel des Radverkehrs im Südwesten ermöglicht. Mit der App RADar! konnten Radfahrende Gefahren und gelungene Konzepte rund um den Radverkehr mitteilen. Insgesamt wurden über 10.756 konkrete Gefahrenstellen oder vorbildliche Verkehrsführungen im SWR-Sendegebiet gemeldet. Mit der App SimRa wurden 2.705 Radfahrten durch Zuhörer aufgezeichnet und kritische Situationen automatisch identifiziert. Dieses Instrument lieferte insbesondere Aussagen für ausgewählte Städte, in denen ausreichende Erhebungszahlen zusammenkommen. Zudem wurden vier mit Videokamera und Sensoren ausgestattete Probandinnen und Probanden als Alltagsradfahrende durch ein Team der Hochschule Karlsruhe für eine Woche begleitet. Damit konnte ein detailliertes Verständnis zu den Erfahrungen von Alltagsradlern gewonnen werden. Die Ergebnisse sind aufgrund des Untersuchungsdesigns nicht repräsentativ für alle Bewohner im SWR-Gebiet, geben aber die Sicht der bereits aktiven Radfahrenden sehr gut wieder.

Die Wissenschaftlicher kamen zu dem Ergebnis, dass die Rückmeldungen der Radfahrenden von hoher Qualität und von der Bereitschaft geprägt sind, konstruktiv an der Verbesserung der Verhältnisse für den Radverkehr mitzuwirken. Die SWR-Mitmachaktion hat gezeigt, dass Radfahrende aktuell zahlreichen Konflikten ausgesetzt sind, darunter am häufigsten durch eng überholende Fahrzeuge. „Für Radfahrende sind durchgängig konfliktarme und qualitativ gute Routen von herausragender Bedeutung“, so das Fazit von Prof. Dr. Jochen Eckhart. „Um das Sicherheitsgefühl für Radfahrende entscheidend zu verbessern und damit den Radverkehr weiter nach vorne zu bringen, sind durchgängig konfliktarme Routen zu schaffen, deren Anteil zu erhöhen und deren Auffindbarkeit zu verbessern. Anhand der Vielzahl der Meldungen zu Mängeln des Radverkehrs konnten wir ablesen, dass es aber bei der Schaffung konfliktarmer Routen auf die Gestaltung der Radverkehrsinfrastruktur im Detail ankommt. Daher sollten Konflikte bei der Planung von Verkehrsinfrastruktur besonders berücksichtigt werden.“

Die ausgewerteten Meldungen können für interessierte kommunale Akteure zur Verfügung gestellt werden. Die SWR-Beiträge zum Thementag #besserRadfahren vom 09.06.2021 sind zu finden auf der Website des SWR zu finden

Die Mitmachaktion wurde unterstützt durch ein breites Bündnis aus ADAC, ADFC, BUND, Umweltbundesamt, Greenpeace, Nabu, Klima-Bündnis, VCD und den Verkehrsministerien von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Kontakt

Presse und Kommunikation
Cordula Boll

Tel.: +49(0)721 925-1014
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