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Auf dem Weg zum kommunalen Stoffstromkreislauf im Tiefbau

Neues Kooperationsprojekt untersucht die Möglichkeit zur Schließung von Stoffströmen im kommunalen Tiefbau

15. November 2021

Straßen, Brücken und Abwasserkanäle einer Kommune sind wichtige Bereiche der Daseinsvorsorge. Um diesen Teil der Infrastruktur bestmöglich in einem ordnungsgemäßen Zustand vorzuhalten, müssen Kommunen gerade aufgrund des fortschreitenden Alters der Infrastruktur einen erhöhten finanziellen und personellen Bedarf sowie damit einhergehend einen erhöhten Baumaterialbedarf decken. Diese Baumaterialien bestehen größtenteils aus mineralischen Baustoffen. Die Menge an verfügbaren mineralischen Baustoffen nimmt kontinuierlich ab, sodass neue Wege gefunden werden müssen, um dieses knappe Gut effizient einzusetzen. Auf der anderen Seite fallen jedes Jahr große Mengen an Bauabfällen in Deutschland an.

Die Herausforderung besteht darin, die verfügbaren mineralischen Baustoffe auch beispielsweise im Straßen-, Brücken- und Abwasserkanalbau effizient und effektiv zu nutzen und gleichzeitig die als mineralische Bauabfälle anfallenden Massen zu reduzieren oder, wo dies nicht möglich ist, die Bauabfälle einer so hochwertig wie möglichen Wiederverwendung oder -verwertung zuzuführen.

Dieser Herausforderung nehmen sich nun Forschende unterschiedlicher Einrichtungen an, darunter das Institut für Verkehr und Infrastruktur der Hochschule Karlsruhe (Die HKA). Das Projekt „Ressourcenplan Kommunaler Tiefbau (ReKoTi)“ mit dem Fokus Straßen, Brücken und Abwasserkanäle wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom Institut für Infrastruktur, Wasser, Ressourcen und Umwelt (IWARU) der Fachhochschule Münster geleitet. Kooperationspartner sind neben dem Institut für Verkehr und Infrastruktur der HKA das Amt für Mobilität und Tiefbau der Stadt Münster, der Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum (RUB), die Herrmann Dallmann Straßen- und Tiefbau GmbH & Co. KG aus Bramsche sowie die Thomas & Bökamp Ingenieurgesellschaft mbH aus Münster.

„Nur durch die Weiterentwicklung bestehender Managementansätze und das Betrachten des gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks können Potenziale zur Erhöhung der Ressourceneffizienz auch für ganze Netze erkannt werden“, sagt Prof. Dr. Markus Stöckner, Projektleiter am Institut für Verkehr und Infrastruktur der HKA. Obwohl das Thema der Nachhaltigkeit in vielen Bereichen inzwischen an Bedeutung gewonnen hat, besteht gerade im Tiefbau noch Aufholbedarf. „Durch den Weg hin zur Schließung von Stoffkreisläufen im Tiefbau können nicht nur Primärrohstoffe eingespart werden und somit der Abbau mineralischer Naturstoffe reduziert werden, sondern auch andere positive Effekte wie die Reduzierung von Emissionen und die Verminderung des Flächenabbaus für den Abbau von Rohstoffen erzielt werden“, ergänzt Professor Christian Holldorb, ebenfalls vom Institut für Verkehr und Infrastruktur der HKA.

Innerhalb des Projekts, das eine Gesamtlaufzeit von drei Jahren hat, kommt der Building Information Modeling (BIM) Methode eine besondere Bedeutung als verknüpfendes Instrument zu, da sie von den unterschiedlichen Akteuren als Werkzeug zur Entscheidungsunterstützung genutzt wird. Der innerhalb des Projekts für die Stadt Münster zu entwickelnde Ressourcenplan, ein als Entscheidungsgrundlage dienender Planungs- und Umsetzungskatalog, ist dabei so zu konzipieren, dass er auch auf andere Kommunen übertragen werden kann.

Das Hauptaugenmerk des Forscherteams der HKA liegt auf der Weiterentwicklung des Straßenerhaltungsmanagements. Im Rahmen der Straßenerhaltung werden nach dem aktuellen Stand der Technik hauptsächlich technische und ökonomische Aspekte bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich auszuführender Maßnahmen berücksichtigt. Ziel des Forscherteams ist es, das System so zu erweitern, dass zukünftig beispielsweise auch Stoffströme eine Rolle spielen werden, um so den Weg hin zu einem zukunftsorientierteren Straßenerhaltungsmanagement zu ebnen.

Weitere Informationen sind im Internet unter https://www.fh-muenster.de/rekoti abrufbar.

Kontakt

Institut für Verkehr und Infrastruktur
Amina Wachsmann

Tel.: +49 (0)721 925-2463
amina.wachsmannspam prevention@h-ka.de

Presse und Kommunikation
Cordula Boll

Tel.: +49 (0)721 925-1014
pkspam prevention@h-ka.de