Lena Hübner
Lena Hübner – eine unserer besten Absolventinnen
Lena Hübner hat bei uns Elektro- und Informationstechnik mit der Vertiefungsrichtung Energietechnik und erneuerbare Energien studiert. Ihre herausragende Bachelorthesis, die sie bei Bosch geschrieben hat, ist auf unserer Akademischen Jahresfeier im Herbst 2025 mit dem Preis der Stadt Karlsruhe ausgezeichnet worden.
HKA: Frau Hübner, womit haben Sie sich in Ihrer Bachelorarbeit beschäftigt?
Lena Hübner (LH): Ich habe einen Elektromotor mit einem sogenannten Folgepol-Rotor entwickelt. Bei dem Motor handelte es sich um eine permanentmagneterregte Synchronmaschine. Vereinfacht gesagt beinhaltet ein solcher Motor sehr viele Magnete, die auf dem Rotor in abwechselnder Polarität angebracht sind. Das Problem ist, dass die Permanentmagnete so ziemlich die teuersten Bauteile an einem solchen Motor sind. Deshalb ist es interessant, zu untersuchen, inwieweit man hier etwas sparen kann. In dem von mir entwickelten Folgepol-Rotor wurde jeder zweite Magnet herausgenommen und durch Eisen ersetzt. Die verbliebenen Magnete waren alle in dieselbe Richtung magnetisiert und durch das elektromagnetische Feld wird das Eisen entgegengesetzt polarisiert und es entsteht Drehmoment.
Das hört sich gut an, wenn dadurch Material gespart werden kann. Aber hat der Motor die gleiche Leistung wie der ursprüngliche Motor, vor allem wenn man nur halb so viele Magnete einbaut?
(LH): Wenn man die Hälfte der Magnete herausnimmt, geht man erst mal davon aus, dass das Drehmoment auch halb so groß ist. Das war aber nicht der Fall. Der Folgepol-Rotor mit unveränderter Geometrie konnte etwa 80 % des Drehmoments des Originalrotors erreichen. Das war eine interessante Erkenntnis. Denn von dem Punkt an ging es um Optimierung. Ich habe die Form der Magnete noch ein bisschen angepasst, sie auch etwas vergrößert in Höhe und Breite. Dadurch konnte ich schließlich sogar dasselbe Drehmoment erreichen, wie beim Originalmotor. Natürlich war dann auch wieder etwas mehr als nur die Hälfte des Magnetmaterials verbaut, aber es konnte insgesamt dennoch reduziert werden. Allerdings muss man sagen, dass der Motor etwas weniger rund läuft, weil sich Größen, wie das Rastmoment und der Drehmomentrippel verändert haben und das Magnetfeld nicht mehr so flüssig ist.
Nach Ihrem Bachelorabschluss haben Sie ein Masterstudium am KIT begonnen. Was würden Sie sagen, wie unterscheidet sich dieses Studium vom Studium an der HKA?
(LH): An der HKA war die Atmosphäre auf jeden Fall familiärer. Man hatte einen viel engeren Bezug zu den Professoren. Die Professoren kannten einen namentlich, das ist am KIT oft anders, weil hier die Veranstaltungen meistens größer sind, daher ist alles etwas distanzierter. Die Vorlesungen sind vielleicht auch ein bisschen theoretischer, an der HKA hatte ich mehr praktische Labore. Aber ich glaube, für mich und meinen Master ist das die richtige Entscheidung gewesen, denn ich wollte einfach noch etwas anderes sehen. Ich würde das übrigens genauso wieder machen.
Also Sie würden den Bachelor wieder an der HKA und den Master am KIT machen, weshalb ist das aus Ihrer Sicht eine gute Kombination?
(LH): Gerade im Bachelor war es mir wichtig, die Praxisnähe zu haben. Ich bin direkt nach der Schule ins Studium gestartet, hatte keine Ausbildung. Daher fand ich es gut, dass ich im Studium praktische Erfahrung sammeln konnte, durch die vielen Übungen in den Laboren. Außerdem wollte ich nach der Schule etwas Mathematisches machen aber eben angewandt. Und da war die Elektrotechnik für mich, wie angewandte Mathematik. Das hat mir Spaß gemacht. Im Master wollte ich dann die Theorie weiter vertiefen, was mir nun am KIT möglich ist.
Sie kommen aus der Region um Bad Mergentheim, da wären prinzipiell auch andere Städte für das Studium infrage gekommen, weshalb haben Sie sich für die HKA und für Karlsruhe entschieden?
(LH): Die Hochschule hat ja einen sehr guten Ruf. Ich habe mich damals auf den Webseiten informiert und mich daraufhin für die HKA entschieden. Ich kannte auch schon ein paar Leute, die ebenfalls in Karlsruhe waren, was dann auch den Einstieg ein bisschen erleichtert hat. Außerdem ist Karlsruhe eine Studentenstadt. Wenn man durch den Schlosspark läuft, sieht man fast nur junge Leute, und da fühlt man sich als Studentin auf jeden Fall wohl.
Vielen Dank für dieses Gespräch!