Das gleichnamige „MCM“-Projekt, gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bestärkt die Disziplin der Technischen Kommunikation in Ostafrika. Es reagiert damit auf den wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften für verständliche, zielgruppengerechte Informationsvermittlung. Der dritte Jahrgang hat im September 2025 gestartet und befindet sich derzeit im zweiten Semester. Die ersten Absolventen aus dem ersten Jahrgang werden im kommenden Herbst erwartet.
Das Projekt im Überblick
Das MCM-Projekt ist ein internationales Kooperationsvorhaben, das von der Hochschule Karlsruhe und der Pwani University gemeinsam getragen wird und im Januar 2021 startete. Es ist an der Fakultät für Informationsmanagement und Medien (IMM) der HKA im Studiengang Kommunikation und Medienmanagement (KMM) angesiedelt. Die Projektleitung auf deutscher Seite liegt bei Prof. Sissi Closs und Prof. Dr. Michael Tewes. Belinda Oechsler fungiert als Projektkoordinatorin auf deutscher Seite, Edith Miano auf kenianischer Seite. Umgesetzt wird das Projekt von einem eingespielten, engagierten, und interdisziplinären Team aus beiden Hochschulen. Ziel des Projektes ist es, ein innovatives Masterprogramm im Bereich Kommunikation und Medien zu etablieren, das sowohl auf die lokalen Bedürfnisse in Ostafrika eingeht als auch internationale Standards erfüllt. Neben der Entwicklung des Studiengangs umfasst das Projekt die gemeinsame Erstellung von Lehrmaterialien, die Qualifizierung von Lehrpersonal, hybriden Unterricht sowie den Aufbau nachhaltiger Netzwerke zwischen den beteiligten Hochschulen. Der bisherige Höhepunkt im Projektverlauf war die erfolgreiche Akkreditierung des MCM-Studiengangs im April 2025. Das Projekt steht exemplarisch für partnerschaftliche Entwicklungsarbeit und den aktiven Transfer von Wissen und Methoden über Ländergrenzen hinweg. Ursprünglich lief das Projekt von Januar 2021 bis Dezember 2025, wurde aber aufgrund des Erfolgs des Projekts und der erreichten Akkreditierung zum Januar 2026 um zwei weitere Jahre verlängert.
Langjährige Kooperation als Fundament
Die Kooperation zwischen HKA und PU besteht bereits seit über zehn Jahren und geht auf eine Initiative von Prof. Sissi Closs zurück. Seither haben beide Hochschulen in mehreren Projekten erfolgreich zusammengearbeitet, unter anderem im Rahmen von zwei erfolgreichen Projekten des Programms „Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus“, gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung: Projekt ADDI und Projekt VIEL (bis Ende September 2025). Im Fokus dieser standen dabei Studierendenaustausch, die Förderung interkultureller Kompetenzen sowie digitale Lernformate – Erfahrungen, die unmittelbar in die Entwicklung des neuen Masterprogramms eingeflossen sind.
Pionierarbeit für die Technische Kommunikation in Afrika
Die Grundlage für den neuen MCM-Studiengang bildet das bewährte Modell des Masterstudiengangs Kommunikation und Medienmanagement (KMM) an der HKA, das gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Pwani University weiterentwickelt wurde. Die Entwicklung des Curriculums für den Studiengang startete bereits 2019. 2023 wurde das Programm, als erstes seiner Art in Ostafrika mit der ersten Kohorte erfolgreich eingeführt. Im Frühjahr 2025 wurde der Studiengang offiziell durch die Commission of University Education (CUE) in Kenia akkreditiert.
International und interdisziplinär – mit starkem Deutschlandbezug
Der Master in Communication and Media richtet sich an Absolventinnen und Absolventen verschiedenster Fachrichtungen, von den Natur- und Ingenieurwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Anders als viele bisher stark theoriebasiert ausgerichtete Studienangebote in Kenia setzt das Programm auf praxisorientiertes Lernen: Die Studierenden arbeiten an realen Projekten, entwickeln nutzerzentrierte Informationslösungen und sammeln so konkrete Berufserfahrung. Das Curriculum vermittelt Kompetenzen in Informationsarchitektur, Visualisierung, Medienmanagement und Kommunikation. Besonderes Augenmerk liegt auf den Anforderungen des digitalen Zeitalters und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Technischen Kommunikation. Ein besonderer Deutschlandbezug zeigt sich nicht nur in der engen Partnerschaft mit der Hochschule Karlsruhe, sondern auch in der Übernahme didaktischer Strukturen, Lehrmaterialien und Qualitätsstandards aus dem deutschen Hochschulkonzept. So profitieren die Studierenden von einer praxisnahen, international anerkannten Ausbildung, die sie optimal auf den globalen Arbeitsmarkt vorbereitet.
Internationales Lehrteam und globale Perspektiven
Das Studienprogramm kombiniert virtuelle Lehre mit Präsenzphasen in Kilifi; ein hybrides Format, das Flexibilität schafft und zugleich den direkten Austausch ermöglicht. Um dies zu realisieren, wurde an der Pwani University eine passende Infrastruktur aufgebaut, darunter digitale Lehr- und Lernumgebungen sowie moderne Medientechnik. Dies stärkt nicht nur die Qualität des Studiengangs, sondern wirkt auch langfristig als Innovationsmotor für die gesamte Universität. Die Studierenden werden dabei nicht nur von Lehrenden der HKA unterrichtet, sondern auch von internationalen Expert:innen aus Irland, der Schweiz, Kanada und Dänemark. Diese Vielfalt an Perspektiven und Lehrmethoden verleiht dem Studium einen ausgeprägt internationalen Charakter und bereitet die Studierenden auf die Anforderungen eines globalisierten Arbeitsumfelds vor. Gleichzeitig wird das akademische Personal an der PU gezielt trainiert und weitergebildet, um den Wissenstransfer nachhaltig zu sichern und die Qualität der Lehre langfristig zu stärken.
Meilensteine der Entwicklung
Das MCM-Projekt blickt bereits auf eine dynamische Entwicklung zurück:
- 2018–2021 BWS plus Projekt ADDI (Adaptive digitale Lernsysteme) der HKA und PU
- Oktober 2021 Start des trinationalen BWS plus Projekts VIEL (Virtual International Exchange and Learning) der HKA, PU und University of Limerick, Irland
- 2019 startete die Entwicklung des Curriculums
- Januar 2021 startete das vom DAAD und BMFTR geförderte Projekt MCM
- 2022 startete eine erste Pilotrunde mit 12 ausgewählten Studierenden
- September 2023 begann der erste Jahrgang des vollen Studienprogramms mit 8 zugelassenen Studierenden
- September 2024 folgte der zweite Jahrgang mit 7 Studierenden
- Frühjahr 2025 folgte die Akkreditierung des Studienprogramms durch die Commission of University Education (CUE) in Kenia
- Seit 2025 Integration von KI in das Curriculum und die Lehre
- September 2025 startete der dritte Jahrgang mit 8 Studierenden
- Januar 2026 Projektverlängerung um weitere 2 Jahre
- September 2026 wird der vierte Jahrgang starten
- November 2026 werden die ersten Absolventen aus dem 1. Jahrgang erwartet
Wirkung über den Campus hinaus
Das MCM-Projekt schafft nachhaltige Strukturen für den Austausch von Wissen, Methoden und Kulturen. Die Absolvent:innen sollen als Brückenbauer:innen zwischen Afrika und Europa agieren und die Professionalisierung der Technischen Kommunikation in Kenia und darüber hinaus vorantreiben.