Vom 5. bis 7. Mai 2026 fand in Karlsruhe die LEARNTEC 2026 statt. Die Fachmesse gilt als Europas führende Veranstaltung für digitale Bildung in Schule, Hochschule und Beruf und brachte auch in diesem Jahr Akteur*innen aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Technologieentwicklung zusammen. Ein besonderer Schwerpunkt lag 2026 auf Künstlicher Intelligenz, adaptiven Lernsystemen und digitaler Souveränität.
Das Institut für Intelligente Interaktion und Immersive Erfahrung (IIIX) war mit mehreren Beiträgen vertreten. Neben einem Workshop und einem Vortrag wirkten IIIX-Mitarbeitende auch als ModeratorInnen im Kongressprogramm mit. Prof. Dr. Matthias Wölfel, Institutsleiter des IIIX, war zudem Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der LEARNTEC.
Agentic Learning: Lernen mit KI neu denken
IIIX-Mitarbeiter Thorsten Zylowski gestaltete einen Workshop zum Thema Agentic Learning. Der Workshop war sehr gut besucht und knüpfte inhaltlich an eine vorausgehende Keynote zum Thema an. Dabei wurde deutlich, dass Agentic Learning derzeit zu den zentralen Zukunftsthemen im Bereich digitaler Bildung gehört.
Im Workshop ging es nicht nur darum, wie KI-Agenten selbst lernen können. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, wie Menschen durch KI dabei unterstützt werden können, eigene Lernprozesse aktiver, reflektierter und selbstbestimmter zu gestalten. Die Teilnehmenden konnten Agentic Learning auf eigene Problemlösungsstrategien sowie auf organisationale Lernprozesse beziehen und aktiv mitarbeiten. Der interaktive Ansatz sorgte für einen intensiven Austausch und machte deutlich, wie unterschiedlich das Konzept in Bildungs- und Arbeitskontexten gedacht werden kann. Beim Vortrag von IIIX-Mitarbeiter Niklas Oesterle zur Aufklärung junger Menschen über Fake News fotografierten die Zuhörer*innen fleißig die Folien.
Wie erreicht man die TikTok-Generation für Aufklärung über Fake News?
Einen weiteren Beitrag leistete Niklas Oesterle mit seinem Vortrag „Wie erreicht man die TikTok-Generation für Aufklärung über Fake News?“. Der Vortrag griff ein Thema auf, das auf der LEARNTEC besonders sichtbar wurde: Desinformation, Deepfakes und KI-generierte Inhalte stellen Bildungseinrichtungen vor neue Herausforderungen. Das große Interesse zeigte sich nicht nur im gut besuchten Vortrag, sondern auch in der anschließenden Diskussion, die über den eigentlichen Programmpunkt hinaus fortgeführt wurde. Besonders aufmerksam aufgenommen wurden die prototypischen Interaktionsformate, die im Rahmen des Forschungsprojekts MuMaSens – Mündigkeit statt Manipulation von Studierenden entwickelt wurden. Ziel des Projekts ist es, junge Menschen für Desinformation zu sensibilisieren – und zwar mit Formaten, die gemeinsam mit jungen Menschen entstehen. Einige dieser studentischen Konzepte befinden sich derzeit noch in der Entwicklung; perspektivisch sollen daraus auch Open Educational Resources (OER) hervorgehen.
Mitwirkung bei weiteren Programmpunkten
Auch in weiteren Programmpunkten war das IIIX aktiv eingebunden. Karl Fischer moderierte die Session „Wissen, Wahrheit, Wirklichkeit – Wissensvermittlung in Zeiten von Desinformation“. Fiona Schmidbauer moderierte die Session „KI als Lernpartner: Mensch, Maschine und Moral“. Darüber hinaus war Prof. Dr. Matthias Wölfel, Leiter des IIIX, als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der LEARNTEC 2026 beteiligt und wirkte damit auch an der fachlichen Ausrichtung des Kongresses mit. Zudem begrüßt die Learntec ein weiteres Mitglied unserer Hochschule, Prof. Dr. Anja Schmitz, als neues Mitglied im wissenschaftlichen Beirat. Prof. Dr. Peter Henning, ehemaliger Professor der HKA, ist seit vielen Jahren fester Teil der LEARNTEC. Als Mitglied des Kongresskomitees gestaltete er aktiv die inhaltlichen Schwerpunkte des diesjährigen Kongress- und Messeprogramms mit.
Lernen mit und über Technologien
Die Beiträge des IIIX auf der LEARNTEC 2026 machten deutlich, dass digitale Bildung heute nicht mehr nur bedeutet, Technologien für Lernprozesse einzusetzen. Ebenso wichtig ist es, über Technologien zu lernen: Wie funktionieren KI-Systeme? Wie entstehen algorithmische Empfehlungen, Deepfakes oder Desinformation? Und wie können Lernende befähigt werden, digitale Technologien kritisch, kreativ und verantwortungsvoll zu nutzen? Gerade an dieser Schnittstelle setzt die Forschung des IIIX an. Ob Agentic Learning, KI-gestützte Lernpartner oder Aufklärung über Fake News: Im Zentrum steht die Frage, wie technologische Entwicklungen so gestaltet und vermittelt werden können, dass sie Menschen unterstützen, ohne ihnen Urteilskraft und Verantwortung abzunehmen.