Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
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Exkursion zum Windpark Gomadingen

Spannende, praxisnahe Einblicke im Rahmen der Veranstaltungen Energiewirtschaft und Strömungslehre

Exkursion zum Windpark Gomadingen

Mit dem Bus ging es kürzlich von Karlsruhe aus gemeinsam mit 20 Studierenden der Fachrichtungen Maschinenbau, Mechatronik und Green Technology Management – darunter auch Studierende des Schwerpunkts Kälte-, Klima- und Umwelttechnik – zur Baustelle des neuen Windparks bei Gomadingen auf der Schwäbischen Alb. Die Exkursion fand im Rahmen der Veranstaltungen Energiewirtschaft und Strömungslehre statt. 

Pünktlich zur Ankunft hatte sich der Nebel rund um den Sternberg verzogen und wir konnten bei strahlendem Sonnenschein – wenn auch auf etwas matschigem Untergrund – die Anlagen aus nächster Nähe besichtigen. Vor Ort entstehen derzeit fünf Windkraftanlagen des Typs Vestas V162, die sich aktuell in der Endmontage befinden. 

Die Dimensionen sind beeindruckend:

  • 162 m Rotordurchmesser
  • 169 m Nabenhöhe
  • 6,2 MW Nennleistung pro Anlage

Über fast 4,5 Stunden wurden wir von zwei Experten der Firma RES (Renewable Energy Systems) durch die Baustelle geführt. Dabei blieb kaum eine Frage offen – von technischen Details über Genehmigungsverfahren bis hin zu wirtschaftlichen Aspekten eines Windparkprojekts. Ein besonderes Highlight war die Anlieferung des letzten der insgesamt 15 Rotorblätter. Das rund 80 m lange Blatt wurde mit einem sogenannten Selbstfahrer (Bladelifter) transportiert – einem 12-achsigen Spezialfahrzeug, bei dem jede Achse einzeln gelenkt werden kann. Das Rotorblatt kann dabei bis zu 60° aufgerichtet und gedreht werden. Fahrzeug und Blattaufnahme werden unabhängig voneinander ferngesteuert, sodass selbst enge, kurvige Waldwege sicher gemeistert werden können. 

Neben diesem spektakulären Transport konnten die Studierenden auch zentrale Bauteile einer modernen Windenergieanlage – darunter die über 100 Tonnen schwere Gondel, die Nabe und den Antriebsstrang – aus nächster Nähe sehen und anfassen. Dadurch wurden die enormen Dimensionen deutlich, die im späteren Betrieb in luftiger Höhe oft unterschätzt werden. Zum Abschluss besuchten wir noch das neu errichtete Umspannwerk am Netzanschlusspunkt des Windparks. Vertreter der Firma Omexom erklärten uns dort die elektrotechnischen Anlagen und Komponenten, die notwendig sind, um den erzeugten Windstrom zuverlässig und sicher ins Stromnetz einzuspeisen.

Ein großes Dankeschön gilt der Valerius-Füner-Stiftung, die die Busfahrt großzügig finanziert hat. Trotz Semesterferien waren fast alle verfügbaren Plätze belegt – ein starkes Zeichen für das Interesse der Studierenden an praxisnahen Einblicken in die Energiewende.