Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
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Gasmotorentechnik

Untersuchung der Einflüsse auf die zyklischen Schwankungen der Oberflächenzündung in homogen kompressionsgezündeten Gasmotoren

Die homogene Kompressionszündung (HCCI – homogeneous charge compression ignition) in Verbrennungsmotoren ermöglicht aufgrund einer durch die Ladungsverdünnung kalten und schnellen Verbrennung niedrige NOX-Emissionen und hohe Wirkungsgrade, hat jedoch Probleme mit hohen Spitzenwärmefreisetzungsraten und schwer regelbaren Verbrennungszeitpunkten. Die Zündfunken-unterstützte Kompressionszündung (SACI) löst diese Probleme durch die Nutzung eines Zündfunkens zur Initialisierung der Verbrennung, die dann zu einer HCCI-ähnlichen Verbrennung übergeht und eine bessere Steuerung des Zündzeitpunkts ermöglicht. Trotz der Vorteile erfordert SACI aufgrund hoher Verdünnungsraten hohe Gastemperaturen und ausreichend Energie, um die Flammenstabilität aufrechtzuerhalten. Glühkerzen, insbesondere im Hot Surface Ignition (HSI) System, bieten eine Alternative zu Zündkerzen, indem sie konstante Temperaturen mit bis zu 1400 K und hohe Temperaturgradienten liefern und so die Zündung weniger reaktiver Gemische unterstützen. Dieses Verfahren hat eine verbesserte Verbrennungsstabilität und erweiterte Magerlaufgrenzen im Vergleich zu Vorkammerzündkerzen gezeigt. Ein neuer Ansatz, Hot Surface Assisted Compression Ignition (HSACI), ersetzt die Zündkerze beim SACI durch ein HSI-System, was eine stabile Verbrennung auch unter Bedingungen ermöglicht, die für reinen HCCI-Betrieb ungeeignet sind. HSACI erweitert die Magerlaufgrenzen des SACI-Betriebs und senkt die erforderlichen Ansaugtemperaturen, leidet jedoch unter größeren zyklusbezogenen Schwankungen (engl.: cyclical fluctuations). Untersuchungen zeigen, dass diese Schwankungen unter anderem auf Variabilitäten in der Oberflächenzündung zurückzuführen sind. Unter anderem ist die Zündung von ausreichender Verweilzeit und Wandabstand abhängig und korreliert mit der thermischen Grenzschichtdicke. Weitere Arbeiten deuten darauf hin, dass eine größere Oberfläche der Zündquelle und geringere Anströmgeschwindigkeiten die erforderliche Zündtemperatur senken können. Des Weiteren beeinflusst die Kraftstoffreaktivität die Entflammung. Um die Vorteile des HSACI-Verfahrens praktisch nutzbar zu machen sowie um die zyklusbezogenen Schwankungen zu reduzieren, ist eine Verbesserung der zyklischen Entflammungsstabilität auf Basis der Ursachenanalyse in diesem Projekt angestrebt.

Aktuelle Informationen zum Projekt

Es wurden Versuchsreihen durchgeführt, um unterschiedliche Glühkerzenschirmungen zu untersuchen. Diese Schirmungen mit unterschiedlichen Geometrien sollen das Strömungsverhalten um die Glühkerze beeinflussen. Parallel wurden CFD-Simulationen durchgeführt, um die experimentellen Ergebnisse zu validieren und besser zu verstehen. Um den Einfluss der Kraftstoffreaktivität zu untersuchen, wird eine Ammoniakversorgungseinheit entwickelt und aufgebaut. Aktuell werden die Teile zusammengebaut und es erfolgt zeitnah die Einbindung in die Prüfstandsinfrastruktur und die Inbetriebnahme.

Studierende

Für Studierende besteht dauerhaft die Möglichkeit, im Rahmen von Projekt- (PA, F&E) und Abschlussarbeiten (Bachelor, Master) sowohl am Prüfstand als auch in Simulationsprojekten mitzuarbeiten. Aktuell werden Studierende für den weiteren Aufbau der Ammoniakversorgungseinheit sowie für weitere experimentelle Untersuchungen gesucht. Bei Interesse einfach bei dem Projektmitarbeiter Naqib Salim melden.

Projektträger & Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Mit Unterstützung von

AVL LIST GmbH 

(Bereitstellung von Simulationstools durch das University Partnership Program)

Letzte Aktualisierung

22.05.2026

Kontakt

Projektmitarbeiter

Naqib Salim

Tel.: +49 (0)721 925-1824
muhamad_naqib.md_salimspam prevention@h-ka.de