Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
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HKA schließt EU-Forschungsprojekt PrAEctiCe erfolgreich ab

Die Hochschule Karlsruhe (HKA) hat als Koordinatorin des europäischen Horizon-Europe-Projekts PrAEctiCe ein digitales Beratungsinstrument mitentwickelt, das Kleinbäuerinnen und -bauern in Ostafrika bei der Umstellung auf nachhaltigere Anbaumethoden unterstützt. Nach dreieinhalb Jahren Forschung und Felderprobung in Uganda, Tansania und Kenia wurden die Projektergebnisse am 7. Mai 2026 bei einer internationalen Abschlussveranstaltung in Entebbe, Uganda, vorgestellt. Das Tool soll langfristig zur Ernährungssicherheit in der Region beitragen.

„Nahrung ist die Grundlage der Menschheit. Die Bevölkerung in Afrika wächst ebenso wie die Urbanisierung, während gleichzeitig die verfügbare Ackerfläche und die landwirtschaftliche Produktivität abnehmen“, betonte Dr. Yona Baguma, Generaldirektor der ugandischen National Agricultural Research Organisation (NARO), in seiner Eröffnungsrede. Genau hier setzt PrAEctiCe an: Das Projekt entwickelte agrarökologische Ansätze zur nachhaltigen Wassernutzung, zur Stärkung der Klimaresilienz und zur Steigerung der Produktivität kleinbäuerlicher Betriebe in einkommensschwachen Regionen.

HKA als Koordinatorin eines internationalen Konsortiums

Die Koordination eines internationalen EU-Horizon-Projekts ist auch für eine Hochschule für angewandte Wissenschaften keine Selbstverständlichkeit. Die HKA brachte ihre wissenschaftliche Expertise insbesondere in den Bereichen nachhaltige Ressourcennutzung und Systemintegration ein und steuerte das Konsortium über die gesamte Laufzeit. An der Abschlussveranstaltung nahmen rund 170 Personen vor Ort und online teil – darunter Landwirtinnen und Landwirte, Forschende, Vertreterinnen von Frauenorganisationen, politische Entscheidungsträger sowie internationale Entwicklungspartner.

Prof. Jan Hoinkis von der HKA berichtete in einer Podiumsdiskussion über Erfahrungen mit den sogenannten „Living Labs“: Realbetriebe, in denen zirkuläre Systeme zur Nutzung von Wasser, Energie und Nährstoffen praxisnah erprobt und an Landwirtinnen und Landwirte vermittelt wurden. „Landwirtinnen und Landwirte benötigen kosteneffiziente Technologien, damit integrierte Landwirtschafts- und Aquakultursysteme zugänglich und erschwinglich sind“, fasste Emmanuel Okalany, Technical Specialist for Development and Partnership beim Regional Universities Forum for Capacity Building in Agriculture (RUFORUM), die politischen Handlungsempfehlungen des Projekts zusammen.

Das digitale Beratungsinstrument

Kernstück des Projekts ist ein digitales Beratungsinstrument für agrarökologische Systeme in kleinbäuerlichen Betrieben. Es wurde gemeinsam von der Universität Maribor mit den Partnern Sustainable Agriculture Tanzania, Morogoro, Tansania (SAT), dem Department of Livestock and Fisheries, Kisumu, Kenia (DALF), National Agricultural Research Organisation, Kampala, Uganda (NARO) und Regional Universities Forum for Capacity Building in Agriculture; Kampala, Uganda (RUFORUM) entwickelt. Das Instrument bietet Kleinbäuerinnen und -bauern eine wissenschaftlich fundierte Orientierung für nachhaltigere Anbaumethoden – zugeschnitten auf die konkreten regionalen Gegebenheiten Ostafrikas.

Im Entwicklungsprozess wurden bestehende Forschungslücken sichtbar: Für integrierte Landwirtschafts-Aquakultur-Systeme – also die Kombination von Tier- und Pflanzenzucht mit Fischzucht im selben Betrieb – fehlten bislang lokalisierte digitale Entscheidungshilfen für Ostafrika. Diese Lücke konnte durch ein spezifisches Beratungsmodul innerhalb des Tools gezielt geschlossen werden.

Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel

Die Abschlussveranstaltung wurde vom Projektpartner Apodissi in Zusammenarbeit mit NARO organisiert und fand im Aquaculture Research and Development Centre in Kajjansi statt. In einer Podiumsdiskussion tauschten sich Aruho Cassius (NARO), Janet Maro (Sustainable Agriculture Tanzania) und Susa Clare Adhiambo (Department of Livestock and Fisheries, Kisumu County) über ihre Erfahrungen mit Schulungsmaßnahmen und Living Labs aus. Das breite Teilnehmerfeld – von lokalen Landwirtinnen bis zu internationalen Entwicklungspartnern – verdeutlicht den überregionalen Anspruch des Projekts.

Mit PrAEctiCe unterstreicht die HKA ihr Engagement für angewandte Forschung im globalen Süden und zeigt, dass eine Hochschule für angewandte Wissenschaften in der internationalen Forschungslandschaft eine führende Rolle übernehmen kann.

Einen kompakten Einblick in das Projekt und seine Ergebnisse bietet dieses YouTube-Video: PrAEctiCe – Nachhaltige Landwirtschaft in Ostafrika

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