Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
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Blick auf den Eingangsbereich des Reichstagsgebäudes in Berlin. Vor dem Säulenportal wehen drei Flaggen: die blaue EU-Flagge mit goldenen Sternen, die weiß-blaue israelische Flagge mit dem Davidstern sowie die schwarz-rot-goldene Deutschlandfahne.

Deutschland zwischen Staatsräson und Völkerrecht

Zeit zu reden! ZEF21 lädt zur öffentlichen Podiumsdiskussion „Deutschland zwischen Staatsräson und Völkerrecht“

Das Zentrum für ethische Fragen im 21. Jahrhundert (ZEF21) lädt am Donnerstag, 18. Juni 2026, ab 19:00 Uhr zu einer öffentlichen hybriden Podiumsdiskussion ein. Die Veranstaltung trägt den Titel „Zeit zu reden: Deutschland zwischen Staatsräson und Völkerrecht“ und findet im TRIANGEL, Kaiserstraße 93, am Karlsruher Kronenplatz sowie parallel als YouTube-Livestream statt. Ausgerichtet wird die Veranstaltung gemeinsam mit dem Berliner Verein „Zeit zu reden“, der Wissenschaftler*innen und Expert*innen zu hintergründigen Gesprächen über gesellschaftlich schwierige Themen zusammenbringt – sachlich, ehrlich und faktenorientiert. 

Zwischen historischer Verantwortung und universellem Völkerrecht

Jahrzehntelang war das Bekenntnis zum Völkerrecht ein Grundpfeiler der deutschen Außenpolitik. Aufgrund seiner Geschichte setzte sich Deutschland sowohl international als auch national für die Weiterentwicklung des Völkerstrafrechts ein. Inzwischen stellt sich die Frage, ob dieses Bekenntnis noch gilt. Immer mehr Menschen sprechen von doppelten Standards, die Deutschland gegenüber verbündeten Staaten anlegt, insbesondere gegenüber Israel.

Die Bundesregierung definiert die Sicherheit Israels als Teil der deutschen Staatsräson und begreift sie als unbedingte Solidarität mit dem israelischen Staat, unabhängig von dessen Handeln. Expert*innen fordern hingegen vor dem Hintergrund des Holocausts ein universelles Verständnis der historischen Verantwortung, das den Schutz der Menschenwürde und die Durchsetzung des Völkerrechts über politische Allianzen stellt.

Umfragen zufolge wünschen sich knapp 70 Prozent der Deutschen eine Politik, die sich am Völkerrecht und nicht an der Staatsräson orientiert. Das Panel diskutiert, wie Deutschland seine historische Verantwortung gegenüber Israel mit seinem Bekenntnis zu universellen Menschenrechten und zur Verteidigung völkerrechtlicher Prinzipien vereinbaren kann und was es für die Demokratie hierzulande bedeutet, wenn dies nicht gelingt.

Die Podiumsgäste

Kai Ambos – ord. Professor für Straf- und Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung, internationales Strafrecht und Völkerrecht an der Universität Göttingen; Richter am Kosovo-Sondertribunal in Den Haag; Autor des soeben erschienenen Buches „Staatsräson nach Gaza“ (Campus Verlag).

Sami Khatib – Professor für Politische und soziale Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe; forscht zur Kritischen Theorie aus dem Globalen Süden.

Daniel Marwecki – Politikwissenschaftler, lehrt Internationale Beziehungen an der University of Hong Kong; Autor von »Absolution? Israel und die Deutsche Staatsräson« (2024).

Dr. Silvia Steininger – Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg; gewähltes Vorstandsmitglied der European Society of International Law.

Kristin Helberg (Moderation) – freie Journalistin und Politikwissenschaftlerin; Organisatorin und Moderatorin der Initiative „Zeit zu reden“ in Berlin.

Veranstaltungsdetails auf einen Blick:

Datum: Donnerstag, 18. Juni 2026, 19:00 Uhr
Ort: TRIANGEL, Kaiserstraße 93, 76133 Karlsruhe (am Kronenplatz)
Livestream: www.youtube.com/@ZeitZuReden
Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos zugänglich.
Weitere Informationen

Kontakt

Presse und Kommunikation
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