Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences

Reallabor: Nachhaltige Mobilität im Berufsverkehr

Vom Auto zum ÖPNV – Wege zur Steigerung der Fahrgastzahlen im Berufsverkehr

Verbundprojekt „move.mORe – Nachhaltige Mobilität in der Oberrheinregion“ evaluiert Reallabor des Mobilitätspaktes Mittelbaden im Gewerbegebiet Rastatt Ost

25. Februar 2026

Unter welchen Voraussetzungen sind Menschen bereit, vom Auto zum öffentlichen Nahverkehr zu wechseln, um zur Arbeit zu kommen? Wie kann eine Steigerung der Fahrgastzahlen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erreicht werden?

Die Antwort auf diese Fragen versuchen Forschende des Verbundprojekts „move.mORe – Nachhaltige Mobilität in der Oberrheinregion“ der Hochschulen Karlsruhe und Offenburg derzeit im Gewerbegebiet Rastatt Ost zu finden. Seit Anfang November 2025 und noch bis Februar 2026 läuft dort im Rahmen des Mobilitätspaktes Mittelbaden ein Reallabor, um die Bedingungen der nachhaltigen Mobilität von Beschäftigten zu verbessern. Die Hochschule Karlsruhe evaluiert das Projekt, für das das Landratsamt Rastatt die Federführung übernommen hat. Gemeinsam setzen sie das Projekt mit der Verkehrsgesellschaft Rastatt mbH (VERA GmbH) um. Die Ergebnisse dürften für Politikerinnen und Politiker, Planerinnen und Planer, Verkehrsbetriebe, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie viele weitere Akteurinnen und Akteure interessant sein.

Mehr als 20 Mitarbeitende aus drei ganz unterschiedlichen Unternehmen des Gewerbegebiets haben sich als Probandinnen und Probanden zur Verfügung gestellt. Sie machten im Vorfeld unter anderem Angaben zu ihren Wohnorten, Verkehrsmittelpräferenzen und den jeweiligen Nutzungshäufigkeiten. Während der Projektlaufzeit bis Ende Februar 2026 fertigen sie zu festgelegten Stichtagen Wegeprotokolle an. Für den viermonatigen Reallaborzeitraum erhielten sie jeweils ein Deutschlandticket Job, sofern sie nicht bereits eines besaßen. Viele der teilnehmenden Personen erhielten außerdem einen individuellen Fahrplan für ihren Arbeitsweg.

Parallel dazu führte die Verkehrsgesellschaft Rastatt mbH (VERA) im Untersuchungsgebiet temporäre Maßnahmen ein: Sie errichtete eine neue Bushaltestelle, führte zusätzliche Fahrten entsprechend den Arbeitszeiten der teilnehmenden Unternehmen ein und verlängerte bestehende Routen. 

Zwischenbilanz bringt bereits wichtige Erkenntnisse

Eine erste Zwischenbilanz zeigt: Die veränderten Buslinien und die neue Bushaltestelle werden nicht nur von den Probandinnen und Probanden, sondern auch von anderen im Gewerbegebiet Beschäftigten genutzt. Aktuell wird geprüft, ob die erweiterten Nahverkehrsangebote auch nach dem Ende des Reallabors dauerhaft bestehen bleiben können und in welchem Umfang sie weiterhin an die Bedürfnisse und Schichtzeiten der Beschäftigten angepasst werden.

Gleichzeitig zeigen die Wegeprotokolle und Zufriedenheitsbefragungen auch Herausforderungen auf, etwa die unzureichende Abstimmung der Taktzeiten an Umsteigepunkten, unpünktliche Züge und mangelnde Informationen für die Fahrgäste. Neben der Qualität des ÖPNV selbst werden auch Aspekte wie Beleuchtung und Zustand der Gehwege als wichtige Faktoren für die Mobilitätsentscheidung genannt. Trotz der berichteten Mängel zeichnen sich bereits Veränderungen bei der Verkehrsmittelwahl ab: Gegenüber dem Projektbeginn ist die Nutzung des öffentlichen Verkehrs deutlich gestiegen, während die Autonutzung in manchen Wochen auf knapp die Hälfte gesunken ist.

„Wir werden die Entwicklung nun bis Mitte März weiter beobachten und hoffen, dass sich der Trend fortsetzt. Schließlich wollen wir am Ende die Verhältnisse für die Beschäftigten im Gewerbegebiet verbessern und Strategien herausfinden, die sich auch auf andere Gewerbegebiete umsetzen lassen“, sagt Verena Wagner, Netzwerkmanagerin im move.mORe Teilprojekt "Mobilitätsmanagement". 
 

Kontakt

Center of Applied Research (CAR)
Tobias Baum 
Transfer Manager Projekt move.mORe – Nachhaltige Mobilität am Oberrhein     

Tel.: +49 (0)721 925-2327
tobias.baumspam prevention@h-ka.de

Kontakt

Presse und Kommunikation

Tel.: +49 (0)721 925-1004
pkspam prevention@h-ka.de