Interreg Begleitausschuss informiert sich über Robot Hub
Erfolgreicher Projektbesuch am IRAS
10. März 2026
Das Institut für Robotik und Autonome Systeme (IRAS) der Hochschule Karlsruhe (HKA) empfing am 3. März über 40 Mitglieder des Interreg Begleitausschusses aus Deutschland und Frankreich. Im Mittelpunkt stand das grenzüberschreitende Projekt Robot Hub, das kleine und mittlere Unternehmen bei der Robotik-Einführung unterstützt und gleichzeitig den Nachwuchs für dieses Zukunftsfeld begeistert.
Robot Hub: Zwei Säulen für die Zukunft der Robotik am Oberrhein
Das seit April 2023 laufende Interreg-Projekt Robot Hub adressiert zwei zentrale Herausforderungen der Region Oberrhein: den akuten Fachkräftemangel und die Notwendigkeit für Unternehmen, durch Automatisierung wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit einem Gesamtvolumen von 7,6 Millionen Euro und Partnern aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, der Schweiz und dem Elsass verfolgt das Projekt einen zweigleisigen Ansatz.
Robot Hub Transfer: Robotik für KMUs zugänglich machen
Der Teilbereich Transfer unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen bei der Einführung von Robotersystemen. Viele Betriebe scheuen die Investition in Automatisierung – aus Unsicherheit über Machbarkeit, Kosten oder technische Komplexität. Hier setzt Robot Hub Transfer an: In der dreijährigen Projektlaufzeit erhalten 100 Unternehmen eine kostenlose Erstberatung und Potenzialeinschätzung, 50 davon werden bei der Integration eines eigenen Robotersystems bis zur Inbetriebnahme begleitet.
Die Unterstützung reicht von einer initialen Ist-Analyse über Machbarkeitsstudien bis hin zur praktischen Umsetzung. Mitarbeiter, die bisher an unattraktiven Arbeitsplätzen eingesetzt waren, können so entlastet und in wertschöpfenden Tätigkeiten eingesetzt werden. Das Projekt wird koordiniert vom Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier, mit Partnern wie der HKA, der Hochschule Offenburg, der Université de Haute Alsace sowie Wirtschaftsorganisationen aus der Schweiz.
Robot Hub Academie: Nachwuchs für die Robotik begeistern
Parallel dazu adressiert Robot Hub Academie den Fachkräftemangel durch gezielte Nachwuchsförderung. Das Problem: Wer soll künftig Robotersysteme bedienen, warten und programmieren, wenn schon heute qualifizierte Fachkräfte fehlen? Die Lösung: Junge Menschen frühzeitig für Robotik begeistern und ihnen niedrigschwellige Zugänge ermöglichen. Robot Hub Academie vermittelt Robotik-Inhalte auf internationalem Standard – von Schülern über Studierende bis hin zu Doktoranden und Mitarbeitern aus Unternehmen. Durch Messen, internationalen Wettbewerben, Hackathons und einen zertifizierten Roboter-Führerschein werden die Fachkräfte von morgen ausgebildet. Das Projekt wird von der HKA koordiniert, unter Beteiligung der Hochschulen Offenburg und Trier, der Université de Haute Alsace sowie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).
Einblicke in die Praxis: Laborführung und interaktive Demonstrationen
Institutssprecher Prof. Dr. Björn Hein eröffnete den Besuch mit einer Vorstellung des IRAS und seiner Forschungsschwerpunkte. Anschließend präsentierten die Projektverantwortlichen die Fortschritte und Ergebnisse der beiden Teilbereiche. Unsere Konsortiumspartner vom Umwelt-Campus Birkenfeld demonstrierten im Labor die Leistungen des Konsortiums und stellten Success Stories aus den vergangenen zwei Jahren vor. Die Gäste besichtigten anschließend das Labor und informierten sich über unterschiedliche Demonstratoren wie den RoboTrainer sowie laufende Industrieprojekte. Wie immer war der vierbeinige Roboter Spot mini ein besonderes Highlight.
Für den Bereich Academie hatte das IRAS-Team ein interaktives Format vorbereitet, bei dem die Teilnehmer selbst Robotik-Anwendungen ausprobieren konnten. Besonders gut kam das Duckietown-Pilotprojekt an, das im vergangenen Semester erfolgreich in der Vorlesung Robogistics im Masterstudiengang Robotik und KI in der Produktion eingesetzt wurde. Die praktische Erfahrbarkeit von Robotik-Konzepten überzeugte den Begleitausschuss.
Positive Bilanz und Austausch mit Entscheidungsträgern
Der Interreg Begleitausschuss setzt sich aus Vertretern des Interreg-Sekretariats, der beteiligten Regionen sowie teilweise aus der Politik zusammen. Seine Aufgabe ist es, die Projektfortschritte zu evaluieren und den grenzüberschreitenden Austausch zu fördern. Das durchweg positive Feedback der Gäste bestätigt die Relevanz und erfolgreiche Umsetzung von Robot Hub.
"Der Besuch war eine hervorragende Gelegenheit, die Sichtbarkeit unserer Arbeit zu erhöhen und die Bedeutung des Projekts für die Region Oberrhein zu unterstreichen", resümiert das IRAS-Team. Besonderer Dank gilt Anne-Sophie Mayer vom Interreg-Sekretariat und Nadine Fischer von Säule Wirtschaft für die exzellente Vorbereitung und Kommunikation.
Ausblick: Robot Hub bis September 2026
Das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanzierte Projekt läuft noch bis September 2026. In den verbleibenden Monaten werden weitere Unternehmen beraten, Nachwuchsveranstaltungen durchgeführt und die Ergebnisse auf Messen und Roadshows der Öffentlichkeit präsentiert. Ziel ist es, Robotik als wichtige Säule für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Oberrhein zu etablieren und gleichzeitig die Fachkräfte von morgen auszubilden.
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