1000 Quantenpioniere gesucht
Gemeinschaftsaktion für Quantentechnologie
1000 Pioniere für die Zukunft: Hochschule Karlsruhe startet Initiative für eigenen Quantencomputer
20. März 2026
Mit einer außergewöhnlichen Gemeinschaftsinitiative setzt die Hochschule Karlsruhe (HKA) ein klares technologisches Signal: Mit einem Gesamtvolumen von einer Million Euro soll ein eigener Quantencomputer für anwendungsorientierte Lehre und Forschung angeschafft werden. 1.000 Pioniere investieren jeweils 1.000 Euro, um gemeinsam die nächste Generation von Technologie und Fachkräften zu ermöglichen.
Der offizielle Startschuss für die Initiative fiel am 20. März 2026 im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernahmen der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup sowie IHK-Ehrenpräsident Wolfgang Grenke.
Mit dem Projekt reagiert die Hochschule Karlsruhe auf die wachsende Bedeutung der Quantentechnologie. Weltweit gilt Quantencomputing als Schlüsseltechnologie für zahlreiche Industrien – von der Pharmaforschung über Materialwissenschaft bis hin zur Logistikoptimierung.
„Wir stehen an der Schwelle vom Bit zum Qubit – es braucht Pioniergeist, Zukunftsmut und unbändige Neugier auf das, was kommen wird", so Prof. Dr. Rose Marie Beck, Rektorin der Hochschule Karlsruhe, in ihrer Begrüßung. „Wir als Hochschule haben uns entschieden, die Zukunft nicht abzuwarten, sondern sie hier aktiv zu gestalten: Mit einem eigenen Studiengang für Quantencomputing sollen unsere Studierenden an der Hardware von morgen lernen können. Schließlich sind wir eine Hochschule für angewandte Wissenschaften.“
Ab dem Wintersemester 2026/27 startet an der Hochschule Karlsruhe der erste Bachelorstudiengang für Quantencomputing im gesamten deutschsprachigen Raum. Hier werden künftig „Quanten-Ingenieurinnen und -Ingenieure“ ausgebildet, die den Transfer von der Grundlagenforschung in industrielle Anwendungen vorantreiben.
Wie stark die Hochschule dabei auf die Verbindung von Wissen und Anwendung setzt, betonte auch Prof. Dr. Franz Quint, Prorektor für Forschung, Kooperationen und Transfer der HKA: „Die Hochschule Karlsruhe steht für ‘Kennen und Können’. Schon Goethe wusste: ‘Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden, es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.’ Genau diesen Weg geht die HKA mit dem ersten anwendungsorientierten Bachelorstudiengang Quantencomputing im deutschsprachigen Raum. In ihm bilden wir Quanteningenieure aus, die das Wissen über die Quantentechnologie in den Firmen ganz praktisch zur Anwendung bringen. Sie werden ‘tun’, und das Dank des Quantencomputers, den unsere 1000 Quantenpioniere ermöglichen.”
Karlsruhe zählt bereits heute zu den führenden Standorten für Quantentechnologie in Deutschland und belegt im internationalen Vergleich Platz sieben. Mit der geplanten Anschaffung eines eigenen Quantencomputers soll dieser Vorsprung weiter ausgebaut werden – insbesondere durch praxisnahe Ausbildung und Forschung direkt am Gerät.
Die Initiative wird von einem breiten Netzwerk aus Wissenschaft und Industrie begleitet. Impulse und Einordnungen lieferten beim Auftakt unter anderem Margit Rosen (ZKM), Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Wolfgang Grenke (Ehrenpräsident IHK Karlsruhe), André Deponte (Herrmann Ultraschalltechnik) und Prof. Dr. Oliver Kraft (KIT).
Die Schirmherren der Initiative unterstrichen die Bedeutung der Quantencomputing-Crowdfunding-Aktion. Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, erklärte: „Die Quantentechnologie revolutioniert die Computerwelt und ist in unserer Technologieregion mit Schwerpunkt auf Informationstechnologie und KI eine ganz wichtige Herausforderung. In der Hochschule werden die Fachkräfte von morgen ausgebildet und es ist daher entscheidend die Studierenden rechtzeitig mit der Quantentechnologie in Verbindung zu bringen. Deshalb unterstütze ich gerne als Schirmherr die Initiative der HKA ‚1000 Quantenpioniere gesucht‘.“
Die Wirtschaft bewertet die Initiative als klares Signal für den Standort. Wolfgang Grenke, ehemaliges Mitglied des Hochschulrats der HKA, betonte: „Als ehemaliger Präsident der IHK und als Unternehmer liegt mir unsere Technologieregion Karlsruhe besonders am Herzen. Es ist mir daher eine große Freude, die Schirmherrschaft für diese Spendeninitiative zu übernehmen. Ich bin überzeugt: Diese Investition ist eine Investition in unsere Zukunft. Sie bietet die Chance, unsere Region als führenden Standort für Quantentechnologien zu etablieren.“
Mit dem geplanten Quantencomputer möchte die Hochschule Karlsruhe nicht nur technologische Infrastruktur schaffen, sondern auch ein starkes Signal für die Zukunft des Innovationsstandorts Karlsruhe setzen. Die Initiative verbindet Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in einem gemeinsamen Projekt für die Technologien von morgen.
Unternehmen messen der Technologie ebenfalls großes Potenzial bei. „Wer heute nicht in Quantentechnologie investiert, riskiert, morgen von grundlegenden Innovationen abgehängt zu werden – wir sehen darin den nächsten großen Technologiesprung mit enormem wirtschaftlichen Potenzial“, so André Deponte, Chief Sales Officer (CSO) Herrmann Ultraschalltechnik.
Prof. Dr. Oliver Kraft, Vizepräsident Forschung, Lehre und Akademische Angelegenheiten des KIT, betonte aus wissenschaftlicher Perspektive insbesondere das Zusammenspiel: „Die Grundlagenforschung hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht – aber ihr volles Potenzial entfaltet sich erst, wenn Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung zusammenwirken. Es ist ein entscheidender Schritt, dass die Brücke zur Anwendung geschlagen und gleichzeitig in die Ausbildung der nächsten Generation investiert wird. Quantentechnologie ist eine gemeinsame Zukunftsaufgabe.“
Aus dem Netzwerk der regionalen Wirtschaft kommt ebenfalls Unterstützung. Matthias Hornberger, Vorstandsvorsitzender der CyberForum e. V., übermittelte in seiner Videobotschaft: „Für den Mittelstand ist Quantentechnologie kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung für technologische Souveränität. Wir brauchen Quantenpraktiker. Mit der Anschaffung eines Quantenrechners gelingt die Übersetzung von Theorie in Anwendung. Für uns als Cyberforum-Netzwerk ist es der Vorsprung, den wir brauchen und der zur Zukunft Karlsruhes als europäischen Quantenhotspot beiträgt.“
Gleichzeitig steht das Projekt exemplarisch für den aktuellen Transformationsprozess der Hochschule Karlsruhe. Unter dem Leitmotiv „Future Tech!“ richtet sich die HKA strategisch noch stärker auf Zukunftstechnologien aus und entwickelt Studium, Forschung und Transfer konsequent weiter. Der geplante Quantencomputer und der neue Bachelorstudiengang Quantencomputing sind dabei sichtbare Bausteine dieser strategischen Neuausrichtung.