Prof. Karsten Pinkwart in den Nationalen Wasserstoffrat berufen
HKA-Experte fordert Tempo beim Markthochlauf und engere Verzahnung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Der Nationale Wasserstoffrat (NWR) der Bundesregierung hat Prof. Dr. Karsten Pinkwart, Professor für Elektrochemische Energiespeicher und -wandler an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik sowie Leiter des Instituts für Naturwissenschaftliche Ingenieursgrundlagen (INIG) an der Hochschule Karlsruhe erneut in das Komitee berufen. Pinkwart ist eines der 17 hochrangigen NWR-Mitglieder*innen, die auf Vorschlag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt, des Bundesministeriums für Verkehr, des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gewählt wurden.
Pinkwart ist seit seiner Gründung 2020 fester Bestandteil des Nationalen Wasserstoffrats und hat drei Bundesregierungen bei der Weiterentwicklung der deutschen Wasserstoffstrategie beraten. In dieser Zeit entstanden mehr als 50 Stellungnahmen sowie zahlreiche Grundsatzpapiere zu den zentralen Fragen des Wasserstoffhochlaufs. Dass er jetzt erneut in den auf nur 17 Mitgliedern deutlich verkleinerten Nationalen Wasserstoffrat 2.0 berufen wurde, empfindet der 56jährige als große Ehre, zugleich aber auch als Verpflichtung. „Deutschland nimmt bis heute eine internationale Schlüsselrolle in der Wasserstoffwirtschaft ein. Um die technologische Führungsrolle zu sichern, müssen wir jetzt rasch den Transfer in industrielle Wertschöpfung und internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter forcieren. Nur so kann Deutschland seine starke Position behaupten“, mahnt Pinkwart.
Markthochlauf beschleunigen
Und so begänne die eigentliche Herausforderung erst jetzt: „Der regulatorische Rahmen ist aufgebaut. Jetzt gilt es, den Markthochlauf zu beschleunigen und wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in industrielle Anwendungen zu überführen. So muss der Ausbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur beschleunigt, die Transformation energieintensiver Industrien wie Raffinerien oder die chemische Industrie vorangetrieben sowie Wasserstoff-, Kohlenstoffdioxid- und Stromspeicher stärker verbunden werden, damit Wasserstoff künftig noch stärker zur Resilienz unseres Energiesystems beitragen kann“, listet Pinkwart auf. Themen wie Nachhaltigkeit, Rohstoffverfügbarkeit, Sicherheitsfragen sowie der Umgang mit PFAS in Wasserstoffsystemen müssten frühzeitig auf die Agenda beziehungsweise forciert fortgeführt werden, um den Erfolg der Wasserstoffwirtschaft zu sichern.
Wettbewerbsfähigkeit stärken
Deutschland verfügt über hervorragende Voraussetzungen, ist sich der HKA-Experte sicher. Die deutsche Forschungslandschaft zählt weltweit zur Spitze, Deutschland weist einen starken industriellen Mittelstand und international führende Unternehmen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette auf. „Gleichzeitig stehen wir heute in einem deutlich intensiveren internationalen Wettbewerb. Andere Staaten investieren schneller und schaffen oftmals bessere Investitionsbedingungen. Entscheidend ist, ob uns der Übergang von Forschung und Pilotprojekten hin zu einer wettbewerbsfähigen industriellen Umsetzung gelingt. Deutschland muss nicht in allen Bereichen Marktführer sein, aber wir sollten Technologieführer bleiben und unsere industrielle Stärke konsequent nutzen,“ mahnt der HKA-Experte. Seine Rolle sieht er im Wissenstransfer: „Nur das enge Zusammenspiel von Forschung, Wirtschaft und Politik sichert die technologische Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands,“ zeigt sich Pinkwart überzeugt.
Über Prof. Dr. Karsten Pinkwart:
Karsten Pinkwart, Jahrgang 70, ist Professor für Elektrochemische Energiespeicher und -wandler an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Karlsruhe sowie stellvertretender Leiter des Bereiches Angewandte Elektrochemie am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT). Nach Studium und Promotion im Bereich der Elektrochemie beschäftigt sich Prof. Pinkwart seit vielen Jahren mit der Entwicklung und Anwendung elektrochemischer Energiespeicher und Energiewandler. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen Wasserstofftechnologien, Brennstoffzellen, Elektrolyseure und Batteriesysteme sowie deren Integration in ein resilientes und klimaneutrales Energiesystem. Neben Forschung und Lehre engagiert sich der HKA-Experte in der wissenschaftlichen Politikberatung, unter anderem als Mitglied des Nationalen Wasserstoffrats der Bundesregierung und des Wasserstoff-Beirats Baden-Württemberg aber auch in verschiedenen Gremien des Verteidigungsministeriums.
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