Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
Fünf Personen stehen lächelnd vor einem Laborcontainer mit der Aufschrift "LAB TA" auf dem Campus der UNRaf, im Hintergrund das Hauptgebäude mit UNRaf-Logo.

Wasseraufbereitung gegen Arsen in Argentinien

HKA und Spin-off DION+ installieren Wasseraufbereitungsanlage an der Universidad Nacional de Rafaela

HKA und das Spin-off DION+ haben an der Universidad Nacional de Rafaela eine Pilotanlage zur Entsalzung von Grundwasser installiert. Das ist ein großartiger Beitrag, um das Arsenproblem in den ländlichen Gebieten Argentiniens anzugehen.

Im August 2026 besuchten Vertreter der Hochschule Karlsruhe (HKA) und ihres Spin-offs DION+ die Universidad Nacional de Rafaela (UNRaf) in Argentinien, um die Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Technologietransfer zu vertiefen. Vom 11. bis 16. August nahmen Prof. Dr. Jan Hoinkis, der Doktorand MSc Johannes Schenk von der HKA sowie Dr. Edgardo Cañas Kurz teil. Letzterer vertrat neben der HKA auch das aus dem Hochschulumfeld entstandene Spin-off DION+, welches durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im EXIST Programm gefördert wird.

Pilotanlage gegen arsenbelastetes Grundwasser

Im Mittelpunkt des Besuchs standen die Installation und Inbetriebnahme eines Membran-Capacitive-Deionization-Systems (MCDI) an der UNRaf. Die Technologie ermöglicht die energieeffiziente Entfernung gelöster Salze sowie ionisch vorliegende Schadstoffe und eignet sich insbesondere zur Aufbereitung brackischen Grundwassers. Die Pilotanlage wurde gemeinsam mit den argentinischen Partnern installiert und getestet und soll künftig für Forschung, Lehre und anwendungsnahe Forschung genutzt werden.

Die Arbeiten sind besonders wichtig, da das Grundwasser in verschiedenen Teilen Argentiniens durch höhere Salzgehalte und natürliche Schadstoffe wie Arsen belastet ist. Das kann für abgelegene Gemeinden mit wenig Wasseraufbereitung erhebliche Gesundheitsrisiken bedeuten.

Grundlage aus dem ZIM-Projekt smARt-MCDI

Die gemeinsamen Arbeiten basieren auf dem ZIM-Projekt „smARt-MCDI“, an dem ein innovatives und energieeffizientes MCDI-System für die dezentrale Wasseraufbereitung entwickelt wurde. Die dort erarbeiteten Ansätze – wie die MCDI-Technologie und die sensor- sowie digitalgestützte Überwachung – bilden eine wertvolle Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit mit der UNRaf und die Anpassung der Technologie an die Bedingungen in Argentinien.

Von der Forschung zur Marktlösung

Im Verlauf des Besuchs hatten wir die Gelegenheit, Gespräche mit der Hochschulleitung, den Forschenden und dem regionalen Unternehmen Aguas y Procesos zu führen. Dabei möchten wir nicht nur die wissenschaftliche Zusammenarbeit stärken, sondern auch den Übergang in die praktische Anwendung erleichtern. Langfristig verfolgen wir das Ziel, MCDI, Photovoltaik, Sensorik und digitale Fernüberwachung zu einem zuverlässigen, modularen System zu verbinden und in realen Bedingungen zu testen. Unser Wunsch ist es, eine konkrete Lösung für die Trinkwassergewinnung und die Arsenentfernung auf dem argentinischen Markt zu entwickeln. Durch die Beteiligung von DION+ entsteht eine direkte Verbindung zwischen der Forschung an der HKA, der technologischen Weiterentwicklung und der wirtschaftlichen Nutzung, was uns besonders freut.

„Die Zusammenarbeit mit der UNRaf bietet sehr gute Voraussetzungen, um innovative Wassertechnologien gemeinsam unter realen regionalen Bedingungen weiterzuentwickeln", betont Prof. Dr. Jan Hoinkis. „Die Kombination aus Wasseraufbereitung, erneuerbarer Energie, Sensorik und Digitalisierung eröffnet großes Potenzial für dezentrale Versorgungslösungen, insbesondere in ländlichen Regionen."

Praxissemester stärkt studentischen Austausch

Der studentische Austausch wird jetzt noch lebendiger gestaltet: Ab Oktober 2026 hat eine Studentin der HKA die spannende Möglichkeit, ihr Praxissemester im Studiengang Green Technology Management an der UNRaf zu absolvieren. Das bedeutet, unsere Zusammenarbeit zwischen den beiden Hochschulen wird noch enger in Lehre und Nachwuchsförderung verbunden.

Der Besuch im August 2026 ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg zu einer engen Zusammenarbeit zwischen der HKA und der UNRaf. Gemeinsam möchten wir praktikable und regional angepasste Lösungen für eine nachhaltige Wasserversorgung entwickeln, um positive Veränderungen vor Ort zu bewirken.

Kontakt

Presse und Kommunikation
Sarah Schwarz

Tel.: +49 (0)721 925-1156
Fax: +49 (0)721 925-1005
sarah.schwarzspam prevention@h-ka.de

Geb. R, 115
Moltkestraße 30
76133 Karlsruhe