Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
iStock Bildnummer 2230573528_1cr

Aus dem Labor in die Wirtschaft

Prof. Dr.-Ing. Franz Quint im Podcast

Für diese Ausgabe haben wir mit Prof. Dr.-Ing. Franz Quint gesprochen. Er ist Prorektor für Forschung, Kooperationen und Transfer an der HKA und Herausgeber dieses Magazins. Im Podcast gibt er Einblick in die Forschungsarbeit der HKA. Er spricht über die aktuellen Forschungsschwerpunkte der HKA, den Transfer von Wissen in die Wirtschaft und erklärt, warum Kooperationen für den Erfolg entscheidend sind.

Forschung, die im Hörsaal ankommt

Wer an der HKA studiert, profitiert direkt von der Forschung auf zwei Wegen. Erstens bringen alle Professor*innen an der HKA verpflichtend mehrere Jahre Industrieerfahrung mit. Das bedeutet: Praxiskontakte, reale Einblicke in Unternehmensstrukturen und Wissen, das nicht aus dem Lehrbuch stammt, sondern aus gelebter Berufspraxis. Zweitens halten sie ihr Wissen durch eigene Forschungsprojekte aktuell. Das Ziel: brandaktuelles Wissen vermitteln, kein Lehrbuchwissen von vor 20 oder 30 Jahren.

Zudem haben Studierende die Möglichkeit, selbst mitzu- forschen, entweder als wissenschaftliche Hilfskraft oder im Angestelltenverhältnis. Der Großteil der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen in den HKA-Projekten ist eigener Nachwuchs: Studierende, die Professor*innen bereits aus Vorlesungen und Laboren kennen und die sie für ihre Forschungsprojekte gewinnen.

Promotion an der HKA

Wer seinen Master an der HKA absolviert hat, muss für den nächsten Schritt nicht mehr an eine Universität wechseln. Seit der Gründung des Promotionsverbands der Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg kann der Doktortitel direkt an der HKA erlangt werden. Die Aufnahme in den Verband ist an strenge Qualitätskriterien geknüpft: Professor*innen müssen über drei Jahre einen Mindestdrittmittelumsatz nachweisen und eine bestimmte Anzahl wissenschaftlicher Publikationen vorgelegt haben. An der HKA erfüllen das bereits 35 Professor*innen und weitere Anträge sind in Bearbeitung. Der Ablauf der Promotion selbst entspricht dem an Universitäten.

Voraussetzung ist der Masterabschluss und erfüllte Zulassungsvoraussetzungen des Promotionsverbands. Promovierende werden  dann von Professor*innen im Promotionsverband betreut; Thema und Ziele werden gemeinsam vereinbart. Kern der Promotion ist eigenständige Forschung und wissenschaftliche Arbeit, die in der Dissertation mündet. Nach erfolgreicher Disputation wird der Doktortitel verliehen, die sogenannte Graduierung.

Nick erzählt von seiner Promotion auf YouTube

Gründen an der HKA

„Unser Ziel ist es, die Entwicklung bis zur Vorserie voranzutreiben und sie dann an die Wirtschaft zu übergeben“ – so beschreibt Prof. Dr.-Ing. Franz Quint die Rolle der HKA im Innovationsprozess. Die Hochschule selbst hat keinen kommerziellen Auftrag, Produkte zu vertreiben. Das ist Aufgabe der Wirtschaft. Wer diesen Schritt wagen möchte, wird dabei nicht allein gelassen: Das Center for Innovation and Transfer (CIT) ist die Schnittstelle zwischen HKA einerseits und Wirtschaft und Gesellschaft andererseits. Es unterstützt die Mitarbeitenden der HKA dabei, ihre Forschungsergebnisse in die Wirtschaft zu transferieren oder selbst eine Ausgründung vorzunehmen.

Mehr Informationen zum Gründen an der HKA

Erfolgsbeispiel: BRC Solar

Drei HKA-Absolventen entwickelten an der Hochschule einen Maximum Power Point Tracker für Solaranlagen – eine Technologie, die den Energieertrag von Photovoltaikanlagen optimiert. Mit einer Exist-Förderung im Rücken blieben sie zunächst an der HKA und bauten ihr Unternehmen auf. Heute zählt BRC Solar rund 30 Mitarbeitende.

Unser Video zu BRC Solar

Karlsruher Quantenpioniere

Pionierarbeit bedeutet immer auch Risiko und genau das nimmt die HKA beim Thema Quantencomputing bewusst in Kauf. Noch laufen die Förderanträge, noch ist offen, welche der vier oder fünf konkurrierenden Kerntechnologien sich am Ende durchsetzen wird. Doch die HKA ist überzeugt: Sie sitzt an der richtigen Schnittstelle. Denn ein funktionierender Quantencomputer braucht nicht nur Quantenphysik, sondern auch viel klassische Elektrotechnik und technische Informatik – und in beiden ist die HKA sehr stark. Das Ziel ist klar: weg von teuren Spezialanfertigungen, hin zu industriell gefertigten, kostengünstigen Komponenten, die die Markteinführung beschleunigen. Dabei ist die HKA nicht allein. In Karlsruhe hat sich eine kritische Masse angesammelt: Das KIT forscht an den physikalischen Grundlagen, Startups wie HQS Quantum Simulations und Kipu Quantum entwickeln Software für Quantencomputer und laut einer Studie des Brüsseler Thinktanks ECIPE steht Karlsruhe weltweit auf Platz sieben der bedeutendsten Quantencomputing-Standorte.

Mehr Informationen zum Quantencomputer an der HKA