Hochschule Karlsruhe Hochschule Karlsruhe - University of Applied Sciences
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Studierende betrachten zahlreiche Stellenausschreibungen an einer Betonwand. Darüber hängen Schilder mit den Aufschriften „Jobwall“, „Praktikum“, „Abschlussarbeit“ und „Jobs / Berufseinstieg“.

CareerContacts zeigt Perspektiven für Studierende auf

Berufseinstieg zwischen Krise und Karriere

Der Übergang vom Studium ins Berufsleben ist derzeit mit einigen Unsicherheiten verbunden. Die schwache Konjunktur, zurückhaltende Einstellungen und der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz verändern die Anforderungen an Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger. Dass sich daraus auch neue Chancen ergeben, darin waren sich die Personalverantwortlichen auf der diesjährigen CareerContacts der Hochschule Karlsruhe (HKA) einig. An drei Messetagen nutzten rund 2.000 Studierende die Gelegenheit, mit 113 ausstellenden Unternehmen ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und sich über berufliche Perspektiven zu informieren.

Ein schwieriger Arbeitsmarkt mit Perspektiven

Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage sehen die Unternehmen weiterhin gute Möglichkeiten für den Berufseinstieg. Anna Kullmann von SEW-EURODRIVE verweist insbesondere auf den demografischen Wandel: „Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen wird es dennoch weiterhin Einstiegsmöglichkeiten ins Berufsleben geben. Durch den demografischen Wandel werden in vielen Unternehmen auch in den kommenden Jahren zahlreiche Positionen frei.“ Wichtig sei dabei, flexibel zu bleiben, sowohl hinsichtlich des Arbeitsortes als auch der konkreten Tätigkeit. Schließlich sei die erste Stelle nach dem Studium selten die letzte Station im Berufsleben.

Auch Katrin Gebhart von Siemens Karlsruhe betont die Chancen, die der Wandel mit sich bringt. Gerade jetzt seien neue Perspektiven, digitale Kompetenzen, Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit gefragt – Fähigkeiten, die viele Hochschulabsolventinnen und -absolventen mitbringen. Langfristige Wachstumsfelder wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Nachhaltigkeit böten weiterhin berufliche Perspektiven. Siemens investiere deshalb gezielt in Nachwuchskräfte, etwa durch Direkteinstiege, Traineeprogramme, Werkstudierendenstellen und Abschlussarbeiten.

Edith Still-Gindele von der big. bechtold-gruppe empfiehlt Studierenden, nicht ausschließlich nach der perfekten Einstiegsstelle zu suchen. Praktika, Werkstudierendentätigkeiten oder Abschlussarbeiten könnten den Weg ins Unternehmen ebnen. Auch kleinere Projekte und Aufgaben böten die Möglichkeit, erste Verantwortung zu übernehmen und sich schrittweise weiterzuentwickeln. Entscheidend sei weniger ein geradliniger Karrierebeginn als die Bereitschaft, praktische Erfahrungen zu sammeln und daran zu wachsen.

Künstliche Intelligenz verändert die Anforderungen

Ein zentrales Thema auf der CareerContacts war der Einfluss Künstlicher Intelligenz auf den Berufseinstieg. Während KI bereits heute einige klassische Einstiegsaufgaben automatisiert, entstehen zugleich neue Tätigkeitsfelder. Nachwuchskräfte können dadurch früher mit komplexeren Fragestellungen in Berührung kommen.

„Die Frage ist künftig weniger: Kannst du KI nutzen? sondern vielmehr: Kannst du mit Hilfe von KI bessere Lösungen entwickeln, fundierte Entscheidungen treffen und einen Mehrwert für Kunden schaffen?“, erklärt Katrin Gebhart von Siemens.

Auch beim IT-Dienstleister Atruvia entstehen durch den Einsatz von KI neue Aufgaben an der Schnittstelle zwischen Technologie und Anwendung. Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger arbeiten dort beispielsweise als Prompt Engineers, unterstützen die Integration generativer KI in Bankprozesse oder beschäftigen sich als AI Quality Engineers mit der ethischen und regulatorischen Absicherung von KI-Modellen. „KI ersetzt nicht den Entwickler, aber der Entwickler, der KI nutzt, ersetzt den, der es nicht tut“, fasst Franziska Doll von Atruvia die Entwicklung zusammen.

Für den Berufseinstieg zählt damit zunehmend nicht nur das Wissen über neue Technologien, sondern vor allem die Fähigkeit, diese sinnvoll einzusetzen und konkrete Probleme zu lösen.

Schon vor dem Abschluss den Berufseinstieg vorbereiten

Wie können sich Studierende auf diese Veränderungen vorbereiten? Meike Schaible von Rutronik empfiehlt, insbesondere in den letzten zwölf Monaten vor dem Studienabschluss praktische Erfahrungen zu sammeln und berufliche Interessen zu konkretisieren. „Übernehmen Sie Verantwortung in Projekten, bringen Sie eigene Ideen ein und zeigen Sie Initiative. Für Unternehmen sind nachweisbare Praxiserfahrungen oft genauso wichtig wie gute Studienleistungen.“

Ebenso wichtig sei der Aufbau eines beruflichen Netzwerks. Karrieremessen, Hochschulveranstaltungen und der Austausch mit Fach- und Führungskräften böten die Möglichkeit, Unternehmen und Berufsbilder kennenzulernen und frühzeitig Kontakte zu knüpfen.

Die CareerContacts zeigte damit: Auch wenn der Berufseinstieg derzeit anspruchsvoller geworden ist, gibt es weiterhin vielfältige Möglichkeiten. Wer praktische Erfahrungen mitbringt, offen für neue Aufgaben bleibt und sich mit den Veränderungen der Arbeitswelt auseinandersetzt, kann den eigenen Karriereweg aktiv gestalten.

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