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WoPedyP-Projektstart

Seit Anfang November finanziert das BMBF zusammen mit dem DSI bzw. NRF auf südafrikanischer Seite das WoPedyP-Projekt: „Frauen und ihre Wahrnehmung der Ortsdynamiken – von der Koproduktion von Wissen zu transformativen Wegen für die Aufrechterhaltung peri-urbaner Lebensgrundlagen in Mankweng”.

Der Projektauftakt war ein Workshop vor Ort in der Provinz Limpopo. Erstmals traf sich das Projektteam „life“, d.h. Frau Prof. Dr. Gertrud Schaab reiste mit Prof. Serena Coetzee, Dr. Nerhene Davis und deren beiden Doktorandinnen Azile und Yajna (alle von der University of Pretoria) nach Mankweng. Dort trafen sie auf Prof. Marubini Ramudzuli und Izelque Botha von der University of Limpopo sowie Esther Mmasetepa Masekoameng, die Gründerin der NPO We Can Women Development Centre.

Man bekommt einen ganz anderen Eindruck vom Untersuchungsgebiet, wenn man es bereist und mit Bewohnern spricht. Geodaten erlauben einen ersten Überblick, ihre Interpretation benötigt jedoch den jeweiligen Kontext. Und so war das Projektteam, welches in großer Überzahl aus Wissenschaftlerinnen bzw. Doktorandinnen besteht, neugierig, die in der NPO „We Can Women“ involvierten Frauen kennenzulernen und von Ihnen bzgl. ihrer Lebensstrategien zu lernen.

Mankweng und Umgebung dient dem Projekt als ein Beispiel für die rasant wachsenden kleinen Städte in den früheren Homelands. Hier erfolgt der Zuzug viel schneller, als Siedlungen geplant und mit Infrastruktur ausgestattet werden können. Strategien zur Sicherung des Lebensunterhalts sind durch die schnellen, ständigen räumlichen und sozialen Veränderungen bedroht. Auswirkungen des Klimawandels führen zu noch weniger natürlichen Ressourcen und immer schwierigeren Bedingungen für die kleinbäuerliche Landwirtschaft, was die Verwundbarkeit dieser Communities zusätzlich erhöht, wie es wiederum die COVID-19-Pandemie eindrücklich gezeigt hat. Insbesondere Frauen fühlen sich in diesen Übergangslandschaften gefangen, ihre schwierige soziale Lage wird jedoch oft übersehen.

Entsprechend stellt das Projekt die Wahrnehmungen der Frauen in den Mittelpunkt der Forschung, d.h. welche Werte weisen sie den Orten zu. Basierend auf dem gemeinsam mit den Frauen erarbeiteten Wissen (knowledge coproduction) überdenken wir gemeinsam mit ihnen und weiteren lokalen Akteuren die Rolle der Frauen bei der Gestaltung von peri-urbanen Orten, entwerfen mögliche Zukünfte und bestimmen gangbare Wege der Transformation (codesign). Ausgeführt wird die Forschung durch vier Doktoranden, wobei sich jedes Vorhaben auf einen anderen Aspekt der inneren/äußeren Dimension konzentriert, nämlich: das Verständnis der Livelihood-Dynamiken, Erreichbarkeit und Adressen, Ortswahrnehmungen und -werte der Frauen sowie Landnutzung/-bedeckung und Livelihood-Typologie/Szenarien. Durch die gemeinsame Betreuung wird sichergestellt, dass die Integration der Ergebnisse gelingt.

Der erste Workshop hat nicht nur dem gegenseitigen Kennenlernen der in das Projekt Involvierten gedient. Vielmehr wurden erste Versuche zu Koproduktion von Wissen und Kodesign ausprobiert, dies unter Einbeziehung von Frauen, die sich bei „We Can Women“ engagieren. Der Austausch führte zu einem anderen Verständnis für das Untersuchungsgebiet, als es die Eindrücke beim Durchfahren erlauben. Wichtig war außerdem die Festlegung der Untersuchungsstandorte, die Diskussionen zum Vorgehen bzgl. der Befragungen und schließlich die Klarstellungen der geplanten Modellierung von Szenarien auf Grundlage einer Livelihood-Typologie. Gelingen kann das integrative Projekt mit Fokus auf Geo(infor)matik und Humangeographie/Sozialwissenschaft nur, wenn wir uns jeweils den Plänen und Fragen der vier Arbeitsgruppen öffnen bzw. stellen.